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Zusätzliche Dienstleistungen beleben das Maklergeschäft

Zusätzliche Dienstleistungen beleben das Maklergeschäft

Makler geraten nicht erst durch den Provisionsdeckel, durch Regulierungen und aufgrund einer zunehmenden digitalen Konkurrenz unter Druck. Zeit also für zusätzliche, ergänzende Erwerbsquellen. Wer als Makler jedoch Leistungen als Service-Entgelte oder im Rahmen von Dienstleistungspauschalen abrechnen will, muss dabei wichtige Dinge beachten.

Grundsätzlich sind zusätzliche Dienstleistungen über Gebührenmodelle auch im Rahmen der IDD möglich.

Servicegebühren sind IDD-konform

Laut dem aktuellen AfW-Vermittlerbarometer erzielten 2017 Versicherungsvermittler in Deutschland einen durchschnittlichen Jahresgewinn von etwa 47.400 Euro. Unberücksichtigt sind dabei Vermittler, die als Kapitalgesellschaften angemeldet sind. Viele Vermittler erzielen jedoch einen geringeren Jahresverdienst und sind deshalb auf alternative Einkommensmöglichkeiten angewiesen. Grundsätzlich ist es Maklern möglich, für alle Leistungen Servicegebühren zu erheben, soweit diese nicht bereits von grundsätzlichen Beratungs- und Vermittlungsleistungen erfasst wurden.

Trennung von Maklerpflichten und Zusatzleistungen

Wichtig ist, zusätzliche Leistungen grundsätzlich vom Kerngeschäft der Vermittlung von Versicherungsverträgen zu trennen. Eine Abgrenzung ist essenziell wichtig und sollte auch nachprüfbar sein. Beratungsleistungen, die bereits im Zusammenhang mit vermittelten Verträgen erbracht wurden, können nicht gesondert abgerechnet werden, da diese bereits durch die Courtagezahlungen abgegolten sind. Keine zusätzlichen Gebühren dürfen im Erfüllungsrahmen vorhandener Maklerpflichten erhoben werden.

Transparenz im Kundeninteresse

Eine Ausnahme bilden dabei nur zusätzliche, über die Maklerpflichten hinausgehende Leistungen, wie beispielsweise die Einrichtung und die Pflege von virtuellen Versicherungsordnern. Wer seinen Kunden die digitale Umwandlung und Verwaltung von Versicherungsverträgen anbietet, kann sich diese Arbeit mit Servicepauschalen vergelten lassen. Diese Pauschalbeiträge müssen aber mit dem Kunden vereinbart werden.

Dienstleistungen um das Kerngeschäft herum

Weitere Beispiele zusätzlicher Maklerleistungen sind zum Beispiel An- und Ummeldungen von Kraftfahrzeugen in Verbindung mit der Kfz-Versicherung, die Verwaltung von Arzt-, Apotheken- und Krankenhausabrechnungen für PK-Versicherte, die Anlage und Pflege eines digitalen Bildarchivs und einer Schadenverhütungsberatung im Rahmen der Hausratversicherung.

Rahmenbedingungen vorher prüfen!

Ganz wichtig ist es, die Kunden über zusätzliche Leistungen und deren Kosten aufzuklären und den Leistungsumfang und die -art vertraglich festzulegen und zu beschreiben. Zur Leistungsbeschreibung gehören auch die transparenten Zahlungskonditionen, inklusive einem Widerspruchsrecht. Und nicht zu vergessen: Wenn Servicegebühren erhoben werden, muss eine ordnungsgemäße Erfüllung dieser Dienstleistungen sichergestellt sein. Außerdem muss geprüft werden, ob die eigene Vermögensschadenshaftpflichtversicherung die zusätzlichen Dienstleistungen auch mitversichert.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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