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Zeit der Wildunfälle

Zeit der Wildunfälle

Wenn der Herbst anbricht, steigt auch wieder die Zahl der Wildunfälle. Jährlich betrifft diese Gefahr rund 0,6 Prozent aller Autofahrer in Deutschland.

Alleine im vergangenen Jahr gab es über 264.000 Wildunfälle. Nach einer Bilanz der GDV wurden Schäden von insgesamt knapp 682 Millionen Euro verursacht.

Schadensfreiheitsrabatt bleibt unberührt

Wildunfälle sind nicht nur für Tier und Mensch gefährlich, sondern auch teuer. Im Schnitt kostet ein Wildunfall der Versicherung rund 2.582 Euro. Statistisch kommt es täglich zu 720 Unfällen zwischen PKW und Wildtieren. Kommt es zu Schäden, reguliert in den meisten Fällen die Teilkaskoversicherung. Zu 80 Prozent handelt es sich dabei um Unfälle mit Rehen. Rund zehn Prozent nehmen die Wildschweine als Verursacher ein, gefolgt von kleineren Tieren wie Füchse, Wildkaninchen oder Hasen. Nur einige Versicherungen haben den Versicherungsschutz auch auf Unfälle mit weiteren oder sogar sämtlichen Tieren ausgeweitet. Auf den persönlichen Schadenfreiheitsrabatt hat ein Wildschaden übrigens keinen Einfluss.

Auf jeden Fall: Ruhe behalten

Statistischer Zeitrahmen, in dem es zu den meisten Wildunfällen kommt, sind die frühen Morgenstunden zwischen fünf und acht Uhr sowie der späte Nachmittag gegen 17 Uhr bis Mitternacht. Um Unfälle mit Wildtieren zu vermeiden, sollten auf jeden Fall Warnschilder vor Wildwechsel beachtet und die Fahrweise entsprechend angepasst werden. Sobald Tiere am Straßenrand zu erkennen sind, Fernlicht abblenden und hupen. Ausweichmanöver sollten vermieden werden. Auf keinen Fall sollten riskante Manöver erfolgen – der Zusammenprall mit einem anderen Verkehrsteilnehmer oder mit einem Baum ist wesentlich gefährlicher, als die Kollision mit einem Tier.

Wildunfallbescheinigung nicht vergessen

Wenn es zu einer Kollision mit einem Reh, Hirsch oder Wildschwein kommt, sollte umgehend die Unfallstelle durch Warnblinker und Warndreieck absichern und die Polizei informieren. Ratsam ist es auch, Fotos von der Unfallstelle zu machen. Das verletzte oder getötete Tier sollten jedoch auf keinen Fall berührt werden. Zuständig für die Bergung des verunfallten Wilds ist der zuständige Revierförster oder Jagdpächter. Wichtig für die spätere Versicherungsbearbeitung ist eine sogenannte Wildunfallbescheinigung, die der Förster ausstellt. Wichtig ist außerdem, den Schaden vor Beseitigung von Wildspuren die Versicherung zu informieren, damit das Fahrzeug vor der Reparatur begutachtet werden kann.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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