Kolumne

Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen

In diesen Tagen ist in unserer Branche oft von „epochalem“ Wandel die Rede. Kein Neujahrsempfang, keine Geschäftsprognose für 2015 und kein strategischer Vortrag zur Zukunft der Assekuranz kommt ohne diese Attitüden aus. Umsetzung LVRG mit neuen Vergütungssystemen, Solvency II, Digitalisierung, Niedrigzinsphase, anhaltende öffentliche Kritik an der Lebensversicherung – die Liste der kleinen und großen Grausamkeiten, die uns das Leben schwermachen ist sicher nicht vollständig.

Dabei sind doch größere Umwälzungen seit der Deregulierung Mitte der Neunziger eher die Regel, als die Ausnahme. Man muss nur die Anzahl der Risikoträger in Deutschland 1994 mit den Werten vergleichen, die aktuell regelmäßig von der BaFin reportiert werden. Rund die Hälfte aller Lebensversicherer und nahezu 40 % der Schaden-/Unfallversicherer sind in anderen Unternehmen aufgegangen und das ist nur ein Beispiel für Anpassungsprozesse.

Anstatt zu lamentieren, sollten wir alle die Chancen sehen, die sich aus diesen Veränderungen ergeben und uns vor allem andere Industrien zum Beispiel nehmen, die ganz andere Herausforderungen gemeistert haben. Gerade die Digitalisierung eröffnet große Chancen insbesondere was Kundenbindungsinstrumente betrifft. War es nicht schon immer unser Traum, Kunden online zu besuchen, die Verträge am Bildschirm durchzugehen und Empfehlungen durchzurechnen? Wollten wir nicht schon immer den digitalen Versicherungsordner des Kunden pflegen, anstatt Unterlagen in Schuhkartons zu ordnen? Hatten wir nicht schon immer den Anspruch mit dem Versicherer oder dem Pool „just in time“ zu arbeiten, ohne Medienbrüche, ohne Telefonwarteschleifen und ohne ständige Erinnerungen – einfach nur fallabschließend?

Ein Pessimist sieht in jeder Gelegenheit eine Schwierigkeit, ein Optimist sieht in jeder Schwierigkeit eine Gelegenheit, hat Churchill einmal gesagt. Ich glaube, in der Versicherungswirtschaft werden die Optimisten und die Gestalter der Zukunft überleben. Diejenigen, die die Veränderungsprozesse ohne Scheuklappen angehen und sie nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung empfinden, das Bisherige in Frage stellen und sich nicht scheuen, von anderen Branchen zu lernen.

Ich wünsche Ihnen jedenfalls den Gestaltungswillen und die Phantasie für diesen Prozess. Bauen Sie Windmühlen! Glück Auf und viel Erfolg in Ihren geschäftlichen Aktivitäten.

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Rainer M. Jacobus

  • seit 2001 Vorstandsmitglied und -vorsitzender der IDEAL Versicherungen
  • verantwortlich für die Bereiche Vertrieb, Marketing und Produktmanagement, Komposit und Rechtsschutz sowie Controlling, Personal und Risikomanagement

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seit 2001 Vorstandsmitglied und -vorsitzender der IDEAL Versicherungen verantwortlich für die Bereiche Vertrieb, Marketing und Produktmanagement, Komposit und Rechtsschutz sowie Controlling, Personal und Risikomanagement

1 Comment

  1. Ja, ich habe mir schon immer gewünscht die modernen Medien professioneller nützen zu können.
    Aber nicht jeder Versicherer sieht die Notwendigkeit einer Verknüpfung mit der Website des Maklers oder sinnvollen Rechnern und einer abschließenden Policierung der gewünschten Versicherung. Die Unverbindlichkeit der Menschen und der gefühlte oder tatsächliche Termindruck auf allen Seiten fordert doch eine Beratung per online förmlich heraus. Will ein Interessent Kunde werden und den persönlichen Kontakt, gerne ich habe ein funktionierendes Büro mit allem was ein modernes Maklerbüro benötigt.

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