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Weniger Beschwerden zu Versicherungen als im Vorjahr

Weniger Beschwerden zu Versicherungen als im Vorjahr

Tausende deutsche Versicherte haben sich auch 2017 wieder bei der Finanzaufsicht Bafin und beim Versicherungsombudsmann, über die Leistungen ihrer Versicherung beschwert. Im Schnitt waren es jedoch weniger Beschwerdefälle, als im Vorjahr.

Hauptsächlich ging es dabei um Verzögerungen bei Schadensprüfungen oder unbefriedigende Versicherungsleistungen.

Missverständnisse über Versicherungsschutz

Überwiegend ging es den Beschwerdeführern um Unklarheiten bei der Einschätzung des eigenen Versicherungsschutzes. Ein weiterer Beschwerdekomplex drehte sich um die Themen Kündigung, Beitrags- oder Vertragsänderungen. Wie bereits im Vorjahr waren hauptsächlich Lebensversicherungen, Kfz-Versicherungen sowie Krankenversicherungen von den Beschwerden betroffen.

Assekuranzen lenken ein

Die Bafin betont jedoch, dass es bei keinem der Fälle zu einem förmlichen Verwaltungsverfahren kommen musste. Nach Unterrichtung durch die Bafin haben alle betroffenen Assekuranzen von sich aus ihre Entscheidungen und Vorgehensweisen überdacht und korrigiert. 2017 sind durchschnittlich 7.610 Beschwerden bei der Bafin eingegangen, 2016 waren es noch 7.985 Streitfälle.

Abgasskandal ist spürbar

Auch der Ombudsmann für Versicherungen nahm Beschwerden über Versicherungen entgegen. Die Mehrheit dieser rund 20.000 eingegangenen Beschwerden drehten sich überwiegend um Rechtsschutz- und Lebensversicherungen. Wie Ombudsmann Günther Hirsch hierzu erklärte, nahmen Konflikte mit Rechtsschutzversicherern bereits seit zwei Jahren, hauptsächlich wegen des VW-Abgasskandals, zu. Von diesen 20.000 Beschwerden ist jedoch die Anzahl der zulässigen Beschwerden deutlich geringer.

Beschwerden sind kostenlos

Die Vermittlung des Versicherungsombudsmann ist für Verbraucher kostenlos. Alle Versicherer, die dem Verein Versicherungsombudsmann angehören, sind verpflichtet, sich an Beschwerdeverfahren des Ombudsmanns zu beteiligen. Überwiegend wird dabei eine gütliche Einigung angestrebt, bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro kann der Ombudsmann aber auch verbindliche Entscheidungen aussprechen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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