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Vor BU-Abschluss Falschdiagnosen erkennen

Vor BU-Abschluss Falschdiagnosen erkennen

Vor Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung steht die Analyse von sogenannten „biometrischen Risiken“. Gemeint sind umfangreiche Gesundheitsfragen, die meistens für den Kunden alles andere als schnell und leicht zu beantworten sind.

Zu Falschdiagnosen kann es leicht kommen. Denn es ist schwer, sich zurück zu erinnern, wie oft, wie lange und weshalb man mal krank war; wie behandelt wurde, wann genau die Ausheilung beendet war und ob, wenn und welche Art von Komplikationen oder zusätzlichen Beschwerden eingetreten sind.

Genaue Gesundheitshistorie auch nach Jahren

Versicherte gesetzlicher Krankenkassen haben meistens keinen direkten Überblick, was genau diagnostiziert wurde und was Arzt und Klinik mit der Verrechnungsstelle eigentlich genau abgerechnet hat. Aber selbst Privatversicherte führen kaum Buch über die Diagnoseschlüssel auf ihren Rechnungen, die sich dabei auch nur medizinischen Fachleuten erschließen.
Nicht selten kommt es auch vor, dass in der Patientenakte andere Diagnosen vermerkt sind, als mit dem Patienten besprochen – meistens aufgrund eines Versehens oder durch Zuordnungsproblemen, durch die vorhandene Schlüssel nicht eindeutig Krankheitsbildern zuzuordnen sind. Noch öfter kommt es dazu vor, dass sich ein Patient nach Jahren einfach nicht mehr daran erinnern kann, was der damals behandelnde Arzt genau diagnostiziert hat.

Im Zweifel: Einsicht verlangen und Falschdiagnosen entdecken

Was dann im Leistungsfall allerdings sehr gefährlich werden kann. Immerhin 30 Prozent der beantragten BU-Leistungsablehnungen werden von den Versicherern durch eine vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung seitens der Kunden begründet. Bereits vorab sollte also die Patientenakte eingesehen werden. Dazu besteht das Recht eines jeden Patienten, auf Verlangen unverzüglich Einsicht in die ihn betreffende Patientenakte zu bekommen. Neben den behandelnden Ärzten, Heilpraktikern, Krankenhäuser usw. sind dazu auch noch weitere Stellen wie die Krankenkassen oder Rentenversicherungsträger verpflichtet.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

1 Comment

  1. Eine wohl noch häufigere Fehlerquelle fehlt: Die Verquickung von IT´lern, die falsche Textbausteine schreiben und die Beantwortung der Fragen durch die Arzthelferin. Beispiel: Ein Arzt will mögliche Durchblutungsstörungen in den Beinen prüfen. Als Baustein kommt dann Diagnose Krampfadern. Das das nur ein Check, am besten noch negativ, war, geht so durch und verschwindet im System. Der Arzthelferin geht das dann bei Beantwortung der PKV-Fragen parallel zur allgemeinen Praxis-Hektik durch. Der Risikoprüfer aber findet eine falsche vorvertragliche Aussage und rückt da im Zweifelsfall auch nicht mehr von ab, auch wenn der Hausarzt auf den Fehler hinweist – selbst im Kundenkreis so erlebt.

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