Produktiv

Volksfürsorge-Rentner klagen weiter gegen Generali

Volksfürsorge-Rentner klagen weiter gegen Generali

Insgesamt 900 Betroffene haben bereits Klage gegen die umstrittene Generali-Betriebsrente eingereicht. Da zur Jahresfrist die Verjährung greift, werden viele weitere Klagen erwartet.

Der Versicherer weigert sich weiterhin, die Betriebsrenten der übernommenen Volksfürsorge-Rentner anzupassen.

Versicherer fühlt sich vertraglich „nicht gebunden“

Der Streit um die Betriebsrenten der Generali Deutschland spitzt sich weiter zu. Bereits 900 Betroffene haben Klage eingereicht, bis Ende des Jahres und dem Inkrafttreten der Verjährung könnten es wesentlich mehr werden. Laut Informationen der Hamburger Morgenpost ist die Generali vertraglich dazu verpflichtet, die betrieblichen Renten des übernommenen Versicherungskonzerns der Volksfürsorge im gleichen Umfang zu erhöhen, wie die Steigerungen der gesetzlichen Rente. Dennoch soll sich die Generali an dieser Verpflichtung nicht gebunden fühlen.

Gewinnsteigerungen trotz schwieriger Lage

Die betroffenen Kläger bestehen dabei auf ihre Ansprüche. Schließlich haben sie selbst jahrzehntelang Beiträge in ihre Betriebsrenten eingezahlt. Bereits im Jahr 2015 hätten die Betriebsrenten um rund 2,1 Prozent erhöht werden müssen. Die tatsächlichen Steigerungen der Generali betrugen hingegen lediglich 0,5 Prozent. Der Versicherer beruft sich hingegen auf eine Ausnahmeregelung in den Verträgen, die bei einer „schwierigen wirtschaftlichen Lage“ eine geringere Erhöhung erlauben.

Spiel auf Zeit?

Tatsächlich stiegen die Gewinne der Generali Deutschland, alleine im vergangenen Jahr um ganze vier Prozent. Die Morgenpost behauptet deshalb sogar, dass die betroffenen ehemaligen Mitarbeiter der Volksfürsorge „mutmaßlich über den Tisch gezogen“ wurden. Die ersten Urteile gaben einigen Klägern bereits Recht, was wiederum anderen Mut macht. Schließlich geht es pro Betriebsrentner um mehrere tausend Euro, rund 4000 Betroffene haben sich bisher noch nicht dem Klageweg angeschlossen. Die Generali spielt allerdings weiterhin auf Zeit und hofft auf zwei Urteile des Landesarbeitsgerichte Hamburg und Hessen. Diese wurden aufgehoben und zur erneuten Verhandlung zurückgewiesen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter abonnieren
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.

Send this to a friend