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Vielzahl von Cyberversicherungen verwirren Makler

Vielzahl von Cyberversicherungen verwirren Makler

Das Risiko digitaler Gefahren nimmt stetig zu. Da proportional digitalisierte Prozesse rasant an Bedeutung zunehmen, wächst das Risikobewusstsein in den deutschen Unternehmen. Die Branche erwartet deshalb ein deutlich zunehmendes Cybergeschäft.

Doch obwohl immer mehr Cyberpolicen den Markt erobern, wächst offenbar die Verunsicherung im Maklervertrieb.

Platz zwei auf der Risikoskala

Laut der Allianz-StudieAllianz Risk Barometer 2018“ rutschen Cybervorfälle an die Spitze der Rangliste gefährlicher Unternehmensrisiken. Deutschland liegt in diesem Ranking bereits auf dem zweiten Platz. Es verwundert deshalb, dass sich laut einer aktuellen, vom Marketing Research Team Kieseler (MRTK) veröffentlichten Untersuchung lediglich knapp ein Drittel aller Vermittler mit diesem Thema beschäftigt haben. Rund 40 Prozent aller deutschen Makler und Mehrfachvertreter haben sich überhaupt noch nicht mit Cyberversicherungen auseinandergesetzt.

Lösungen für KMU liegen bereit

Dabei kommen besonders im Gewerbebereich immer mehr Cyberpolicen auf den Markt. Einige Produkte, so beispielsweise die Cyberpolicen der Gothaer Allgemeine Versicherung AG, lassen sich dabei mit Bausteinen individuell zusammenstellen und sind so besonders für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) mit einem Jahresumsatz von unter fünf Millionen Euro interessant. Alleine mit den Bausteinen „Haftpflicht“ und „Eigenschaden“ lassen sich bereits die Grundrisiken absichern.

Zu komplex und spezifisch?

Laut erwähnter MRTK-Studie, die auf einer nach der Cati-Methode durchgeführten Befragung von 301 Maklern und Mehrfachvertretern basiert, gab nur jeder fünfte an, bereits gewerbliche Cyberversicherungen vermittelt zu haben. Die überwiegende Mehrheit dieser Gruppe arbeitet dabei in Maklerbüros mit drei oder mehr Mitarbeitern – oder zählt sich zu den unabhängigen Vermittlern ohne Poolanbindung. Hauptsächlicher Grund für diese Zurückhaltung scheint die Komplexität und Spezifizierung, über den der Bereich Cyberschutz verfügt.

Auch Gesellschaften müssen sich bewegen

Aber auch die Höhe der Courtagen scheint ein gewichtiger Grund zu sein. 50 Prozent der Vermittler mit Cybererfahrung generiert lediglich bis zu zwei (!) Prozent seines jährlichen Gesamtumsatzes – das sind jährliche Courtageeinnahmen von unter 5.000 Euro. Nur jeder Zwanzigste erzielt Courtageeinnahmen über 15.000 Euro. Momentan sind Cyberpolicen noch ein Feld mit wenigen Konkurrenten.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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