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Versicherer und ihre Anlagestrategien

Versicherer und ihre Anlagestrategien

Gute Ertragschancen sind die Grundlage eines optimalen Altersvorsorgeproduktes. Je höher die Erträge, umso geringer die vorhandenen Sicherheiten – die Anlagestrategien der Versicherer sind nicht selten eine Gratwanderung.

Die Milliarden Euro an Kapitalanlagen deutscher Versicherer unterliegen strengen Regeln. Die Bafin wacht darüber und reguliert die zulässigen Anlagen.

Strenge Verordnungen für Investitionen

Grundlage dieser Regeln sind das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG), das Vermögensanlagegesetz (VermAnlG) sowie die Anlageverordnung (AnlV). Der Paragraf 2 der Anlageverordnung führt dabei die zuverlässigen Anlagen auf, in die von den Versicherern investiert werden darf. Zulässige Anlagen sind unter anderem sichere Wertpapiere wie die deutschen und europäischen Staatsanleihen, Immobilienwerte sowie Unternehmensanleihen, die über eine gute Bonität verfügen.

Attraktive Rentenpapiere

Der größte Teil der etwa 1.500 Milliarden Euro Kapitalanlagen (gemäß den Angaben des Statistischen Taschenbuches des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)) investieren die Versicherer jedoch zu 86 Prozent in Rentenpapiere. Der geringste Teil mit 4,4 Prozent wird in Aktien investiert.

Auch Versicherer leiden unter Niedrigzinsen

Doch die Versicherer geraten immer mehr unter Druck. Aufgrund der Niedrigzinsphase gehen die Erträge der Kapitalanlagen immer mehr zurück. Sichere und lohnenswerte Anlagen werden rar. Staatliche Papiere sind mittlerweile wenig lukrativ, als gute Anlagen gelten heute hauptsächlich Unternehmensanteile. Zusammen mit denen über Fonds gehaltene Unternehmensanleihen liegt deren Anteil bereits bei über 10 Prozent. Dazu werden auch Infrastrukturinvestition, beispielsweise Investitionen in Windparks oder Solaranlagen, immer attraktiver.

Druck von mehreren Seiten

Druck entsteht allerdings auch durch die Solvency-II-Richtlinie der Europäischen Union. Die Versicherungsunternehmen stehen dadurch in der Pflicht, genügend Deckung durch Eigenkapital nachweisen zu müssen – damit auch eventuelle Großschäden wie Katastrophenlagen aufgefangen werden können; selbst wenn gleichzeitig die Kapitalmärkte extrem reagieren. Die nachweisbare Höhe korreliert dabei mit den vorhandenen Risiken und Verpflichtungen. Wird dieses Eigenkapital unterschritten, fordert die Bafin umgehend Maßnahmen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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