Produktiv

Versicherer arbeiten an Nachhaltigkeitsprogramm

Versicherer arbeiten an Nachhaltigkeitsprogramm

Klimaveränderungen sorgen für unkalkulierbare Größen bei Versicherungsschäden. Entschärft werden sollen diese Risiken durch nachhaltige Investments der Assekuranzen.

Um Investitionen ökonomisch nachhaltig anzulegen, soll ein Vergleichsrahmenwerk für Orientierung sorgen.

Chancen nachhaltiger Geschäftsmodelle

Für institutionelle Anleger wie Assekuranzen werden nachhaltige Investments immer wichtiger. Immerhin beschäftigen sich laut einer repräsentativen Umfrage bereits rund 67 Prozent der Investoren aus Europa, den USA und Kanada mit den Folgen des Klimawandels und den zukünftigen Möglichkeiten nachhaltiger Geschäftsmodelle.

Wichtige Impulse für den Klimaschutz

Deutsche Versicherer haben 2018 nach Erhebungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ein Gesamtkapitalanlagevermögen in Höhe von rund 1.600 Milliarden Euro investiert. Die Ratingagentur Oekom Research beklagt jedoch, dass für die Branche noch kein schlüssiges Nachhaltigkeitsprogramm vorliegt. Wolfgang Weiler, Präsident des GDV, weist darauf hin, dass deutsche Versicherer als langfristige Kapitalanleger wichtige Impulse für Klimaschutzinvestitionen setzen könnten – wenn diese Investitionen auch tatsächlich ökonomisch nachhaltig sind.

Rahmenwerk in Arbeit

Deshalb will die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) ein entsprechendes Rahmenwerk entwickeln. Als erster Schritt ist ein sinnvolles Bewertungssystem geplant, mit dem das nachhaltige Handeln der Versicherungsbranche bewertet und abgebildet werden kann. So können beispielsweise die Beiträge der Versicherungsprodukte und -maßnahmen zum Klimaschutz verglichen und bewertet werden. Dadurch soll in der Assekuranz ein Wettbewerb entstehen, der alle Versicherer motiviert, grüne Produkte zu entwickeln und erfolgreich zu vertreiben.

Nachhaltige Produkte bisher Mangelware

Nach GDV-Angaben haben deutsche Erstversicherer 2018 ihre Infrastrukturinvestitionen um ein ganzes Drittel auf 32 Milliarden Euro aufgestockt. Allerdings mangelt es in Deutschland momentan noch an passenden Produkten. Nach Einschätzung der EU sind pro Jahr Gesamtinvestitionen von 180 bis 290 Milliarden Euro notwendig, um die Pariser Klimavereinbarungen zu erreichen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter abonnieren
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.

Send this to a friend