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Verschleppen Krankenkassen Leistungen?

Verschleppen Krankenkassen Leistungen?

Das Bundesversicherungsamt wirft den gesetzlichen Krankenkassen vor, bei der Übernahme von Rechnungen zu tricksen. Bestimmte Anbieter würden ihren Versicherten bei Leistungserstattungen häufig Steine in den Weg legen, die diese nur schwer überwinden.

Wenn es stimmt, haben gesetzlich Versicherte nicht nur bei der Terminvergabe gegenüber Privatpatienten Nachteile.

BILD berichtet

Wenn Krankenkassen ihren Versicherten bestimmte Leistungen nicht erstatten wollen, besteht das Recht, Widerspruch einzulegen. Nach einem Bericht der BILD, die sich auf Angaben des Bundesversicherungsamtes (BVA) beruft, wenden manche Krankenkassen fragwürdigen Methoden an, damit Widersprüche wieder zurückgenommen werden.

Höchstens drei Monate Bearbeitung

So fordern manche Krankenversicherer immer wieder neue Unterlagen und Gutachten an, um Widersprüche in die Länge zu ziehen. Versicherte sollten dadurch jedoch nicht davon ausgehen, dass es sich in diesem Fall um einen aussichtslosen Fall handelt – die maximale Bearbeitungszeit, die das Bundesversicherungsamt vorschreibt, beträgt drei Monate.

Unzulässige Telefonbearbeitung

Zermürbt werden auch Versicherte, die immer wieder von ihrer Krankenkasse angerufen werden. Dabei fragen Versicherungsmitarbeiter mehrfach nach, ob der Kunde tatsächlich an seinem Widerspruch festhalten will. Auch damit soll offensichtlich verunsichert werden. Derartige Anrufe sind aber laut BVA unzulässig. Grundsätzlich können eingereichte Widersprüche sowieso nur schriftlich zurückgenommen werden.

Sozialgerichte helfen

Abgelehnte Leistungen können übrigens nicht nur durch Widerspruch angefochten werden. Grundsätzliche steht jedem Versicherten auch der Rechtsweg offen – allerdings wissen davon die wenigsten. Denn viele Versicherte vermeiden es, der Ablehnung auch eine Rechtsbelehrung beizulegen. Nach Ansicht des BVA ist dies jedoch zwingend notwendig. Der Gang vor das zuständige Sozialgericht ist dabei immer kostenlos. Wer sich sicher ist, dass ihm Leistungen zustehen, braucht also keine Gerichtskosten fürchten. Nur im Fall einer Niederlage kommen auf den Kläger Kosten zu.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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