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Unwissen bei Zahnzusatztarifen

Unwissen bei Zahnzusatztarifen

Zahnzusatzversicherungen sind dazu da, im Rahmen der Zahnbehandlung zusätzliche Kosten abzusichern. Eine aktuelle Umfrage zeigt jedoch die erhebliche Verunsicherung der Deutschen bei diesem Thema. Und die kann teuer werden.

Seitdem die gesetzlichen Kassen ihre Anteile an der Zahnbehandlung teilweise deutlich deckeln, versprechen Zusatztarife Leistungsergänzungen über die Standardversorgung hinaus.

Kompliziert wird teuer

Wer gesetzlich krankenversichert ist, muss bei komplizierten oder moderneren Eingriffen des Zahnarztes tiefer in die Tasche greifen – oder legt sich einen zusätzlichen Versicherungsschutz zu. Mit einer gesetzlichen Krankenkasse wird die Standardversorgung übernommen. Umfangreiche Überkronungen, komplizierte Wurzelbehandlungen oder auch die professionelle Zahnreinigung sind hingegen Behandlungen, die über den Leistungskatalog der Kassen hinausgehen.

Viele Meinungen zur Zahngesundheit

Diesen Patienteneigenanteil übernehmen Zahnzusatzversicherungen. Allerdings deckt nicht jede Zusatzversicherung diese zusätzlichen Leistungen auch ab, zum Teil unterscheidet sich das Angebotsspektrum der Policen erheblich. Laut einer Forsa-Umfrage („Meinungen zur Zahngesundheit“) im Auftrag von Cosmos Direkt, dem Direktversicherer der Generali Deutschland, kennen nicht alle Versicherte die Leistungsdetails ihrer Zahnzusatzversicherung.

Meistens nur „Teilübernahme“

Der Zusatzbeitrag einer Zahnzusatzversicherung ergänzt die Behandlungskosten mit der Differenz zum Festzuschuss der gesetzlichen Krankenkassen. Die Meinung, dass eine Zahnzusatzversicherung grundsätzlich die kompletten Kosten der Zahnbehandlung übernimmt, ist genauso weitverbreitet wie falsch. Immerhin rund ein Drittel der Befragten geht von einer „Teilübernahme“ der Behandlungskosten aus – ist jedoch unsicher, wie hoch diese Teilübernahme ist. Und bei welcher Art von Zusatzbehandlungen ihre Zahnzusatzversicherung Kosten übernimmt.

Überraschungen auf dem Behandlungsstuhl

Den nicht selten bleiben Versicherte auf ihren Kosten trotz Zahnzusatzversicherung sitzen – da bestimmte Leistungen ausgeschlossen werden. So sind Wurzelbehandlungen kein fester Bestandteil zusätzlicher Policen und müssen häufig von den Patienten selbst gezahlt werden. Denn die Versicherer unterscheiden durchaus zwischen kosmetischen und notwendigen Behandlungen. So werden höchstens Wurzelbehandlungen übernommen, wenn der betreffende Zahn vom Zahnarzt auch als „erhaltungswürdig“ eingestuft wird.

Genau hinsehen

Um die richtige Wahl unter den Zahnzusatzversicherungen zu treffen, muss entschieden werden, welche Leistungen für die bestmögliche individuelle Zusatzversicherung notwendig ist. Dabei ist zu prüfen, ob komplizierte Eingriffe nach langwierigen Zahnproblemen notwendig sind, oder ob die Zahnzusatzversicherung als „rundum-Standard“ gewünscht wird. Dann sollte sich für eine Police entschieden werden, die durchaus auch Kosten der Zahnprophylaxe mit abdeckt. So ist bei manchen Zusatzversicherungen die halbjährliche professionelle Zahnreinigung kostenlos.

Besteht jedoch bereits Behandlungsbedarf, ist der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung entweder überhaupt nicht mehr möglich, oder aber nur noch mit Zuschlägen. Mit dem Abschluss sollte also nicht zu lange gewartet werden. Übrigens: Wer noch jung ist und über gesunde Zähne verfügt, kann von günstigen Beiträgen profitieren.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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