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Unkalkulierte Haftungsrisiken im bAV-Bereich

Unkalkulierte Haftungsrisiken im bAV-Bereich

Im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) drohen Maklern erhebliche Haftungsrisiken, wenn die Vereinbarungen zur Entgeltumwandlung erhebliche Mängel aufweisen. So die Ergebnisse einer aktuellen Studie.

Demnach sind in neunzig Prozent aller Fälle die Entgeltumwandlungsvereinbarungen fehlerhaft oder überhaupt nicht vorhanden.

Teure und existenzbedrohende Haftungsrisiken

Dadurch drohen kleinen und mittleren Unternehmen sowie ihren betreuenden Maklern massive Haftungsrisiken. Offenbart wurden diese Risiken durch eine aktuelle Studie der bbvs GmbH, einem Tochterunternehmen der Apella AG, in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA). Die meisten Unternehmen ahnen dabei überhaupt nicht, in eine teure Grube fallen zu können. Den eine Haftung führt nicht nur zu finanziellen Ansprüchen, sondern zieht auch erhebliche Nachzahlungen von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen nach sich. Da die meisten Klein- und Mittelbetriebe (KMU) als Personengesellschaften, bzw. inhabergeführte Kapitalgesellschaften geführt werden, sind derartige Risiken häufig existenzbedrohend.

Mehrheit aller Unternehmen betroffen

In ganzen 95 Prozent der untersuchten Entgeltumwandlungen fehlte die erforderliche Beratungsdokumentation. Somit kann weder der betroffene Arbeitgeber nachweisen, seinen Aufklärungs- und Informationspflichten erfüllt zu haben, noch kann der Versicherungsmakler belegen, seine Aufgaben erfüllt zu haben. Nach Angaben der Studienmacher ist eine völlig fehlerfreie Entgeltumwandlung im Bereich der KMU kaum vorhanden. Was offenbar daran liegt, dass die betriebliche Altersvorsorge nicht das Hauptgeschäftsfeld der meisten Makler ist. Karsten Rehfeldt, Geschäftsführer der bbvs GmbH, rät deshalb im Interesse der Rechtssicherheit dazu, unabhängige Expertise zum Abschluss entsprechender Verträge einzubinden.

Die bbvs GmbH ist eine Rentenberatungsgesellschaft im Apella-Verband und beschäftigt sich mit allen Aspekten der betrieblichen Altersversorgung. Dazu wurden mehr als 1.000 Verträge der bAV aus den Feldern Direktversicherung und Pensionskasse geprüft und die Ergebnisse vom Deutschen Institut für Altersvorsorge analysiert und zusammengefasst.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

3 Comments

  1. Sehr geehrter Herr Hintze,
    es ist schön, dass Sie und viele Ihrer Berufskollegen mit solchen Artikeln Fallgruben aufzeigen wollen, aber ich frage mich immer bei solch reißerisch aufgemachten Schreiben …. wo ist die Lösung des Angesprochenen ??? Hatte der Verfasser dazu keine Antwort, oder will er dem Leser, es einem gewöhnlichen Haustürvertreter gleichmachend, nur etwas verkaufen und zum Konsum fraglicher Produkte annimieren??? Sollte es so sein, wundert es mich nicht, dass immer weniger gelesen wird und Verlage und Herausgeber über stagnierende Verkaufszahlen jammern.
    Gruß
    Edling
    Gruß
    Edling

    1. Um Produkte oder Haustürgeschäfte geht es bei diesem Artikel nicht – die Lösung des Angesprochenen ist jedoch ganz nah, wenn es da heißt:

      „rät deshalb (…) dazu, unabhängige Expertise zum Abschluss entsprechender Verträge einzubinden.“

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