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Stress für Check24

Stress für Check24

Nach Einschätzung des Landgerichts München könnte Check24 gegen das Rabattverbot beim Verkauf von Versicherungen verstoßen haben und dadurch eine juristische Niederlage gegenüber dem BVK kassieren.

Bereits jetzt äußerten Richter, den „Jubiläumsdeal“ des Online-Maklers äußerst kritisch zu sehen.

Verstoss gegen Rabattverbote?

Tatsächlich sind beim Verkauf von Versicherungen jegliche Rabatte gesetzlich verboten. Schließlich soll kein Verbraucher in die Verlegenheit kommen, unnötige Policen zu kaufen. Deshalb hat der Bundesverband der Versicherungskaufleute (BVK) gegen Check24 geklagt, der mit seinen „Jubiläumsdeals“ 2019 gegen dieses Rabattverbot verstoßen haben soll.

„Dritter“ ist Muttergesellschaft

Die zuständige Richterin Isolde Hannamann erklärte anlässlich der mündlichen Verhandlung im Januar, dass bereits nach dem Gesetzestext einiges dafür spreche, dass Check24 tatsächlich gegen das Verbot von Sondervergütungen verstoßen habe. Check24 argumentiert dagegen, dass „Versprechen eines Dritten“ von diesem Verbot nicht erfasst wären. Dieser „Dritte“ ist in diesem Fall allerdings die Check24-Muttergesellschaft. Ein entsprechendes Urteil soll am 4. Februar verkündet werden.

Verlockende Belohnungen

Check24 hatte 2019 Verbraucher mit sogenannten „Jubiläumsdeals“ gelockt, die bei Abschluss einer Versicherung als Belohnung auf dem Kundenkonto verbucht wurden. Der Online-Makler betonte, dass diese Belohnungen für alle verkauften Produkte galten.

Gleiche Rechte – gleiche Pflichten

BVK-Präsident Michael Heinz fordert die strenge Gleichbehandlung von Online-Maklern mit Versicherungsvertretern – mit allen Rechten und Pflichten. Würden Versicherungsvertreter derartige Rabattsysteme etablieren, würden ihre Vertragsverhältnisse durch die Versicherer umgehend gekündigt.

Weitere Klage

Der Bundesverband der Versicherungskaufleute hatte bereits 2018 gegen das Check24-Onlineportal geklagt. Damals forderte der Berufsverband, dass Check24-Kunden bereits vor Abschluss des Versicherungsvertrages proaktiv auf die Provisionen hingewiesen werden müssen, die dafür von Check24 kassiert werden. Außerdem läuft in Köln derzeit noch eine weitere Klage gegen den Online-Makler: Die HUK Coburg hält die „Nirgendwo-Günstiger-Garantie“ von Check24 für irreführend. Hier sollte bereits im Dezember 2019 ein Urteil gesprochen werden – was jedoch auf ein späteres Datum verlegt wurde.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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