Produktiv

Streichung der Allianz-Bestandsprovisionen

Streichung der Allianz-Bestandsprovisionen

Paukenschlag für Allianz-Vertreter. Die Ausschüttung der jährlichen Bestandsprovisionen wird ersatzlos gestrichen. Betroffen davon sind etwa 4.000 der insgesamt 8.000 Ausschließlichkeitsvertreter. Die Allianz, die diese Kürzung bestätigt, muss sparen.

Wut und Frustration unter den Vermittlern ist groß.

Bis zu 20.000 Euro Provisionskürzungen

Betroffene sind ausgerechnet jene Vertreter der Allianz, die außerordentlich zufriedene Kunden haben. Die Bestandsprovision (BSP) berechnet sich nach dem Storno-Volumen. Und wer nur geringe Stornierungen seiner Verträge nachweisen kann, der erhält eine entsprechend hohe BSP. Die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet über Vertreter, die nun auf 10.000 bis 20.000 Euro Provisionen verzichten.

Einsparung soll Digitalisierung beschleunigen

Die Allianz erklärt diese Kürzungen mit Einsparungen der Vertriebskosten. Es müsse in Digitalisierung und neuen Produktentwicklungen investiert werden, von denen schließlich auch die Vermittler in Form steigender Absätze profitieren würden. Dass durch die Einsparungen des einstelligen Provisionsanteils die bisher besonders positive Stimmung beim Vertrieb kippen könnte, ist dabei dem Vorstand des Versicherers durchaus bewusst.

Kündigung als letzte Konsequenz

Allerdings soll weiterhin „übergangsweise“ die BSP für vier weitere Jahre ausgezahlt werden. Neue Provisionsmodelle sollen dann die Einbußen entgegensteuern. Da die BSP jedoch bereits seit über 20 Jahren ausbezahlt wird, empfinden viele Vertreter die geplanten Provisionskürzungen für erheblich. Besonders, da nach Meinung vieler Vertreter die digitale Umstellung aufgrund von zahlreichen technischen Problemen erheblich erschwert wird. Zahlreiche Betroffene würden als einen „drastischen Schritt“ die Kündigung ihrer Vermittler-Verträge in Erwägung ziehen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

2 Comments

  1. Wieder ein Praxisbeispiel, auf wessen Kosten die Sanierung von Versicherungsunternehmen betrieben wird. Vorstände bekommen Ihr hohes, fixes Salär, der Vertreter kann von Kunde zu Kunde hecheln, in der Hoffnung, irgendetwas auf’s Papier zu bekommen. Seine zahlreichen Service Dienstleistung, sei es Schaden oder Antworten auf vertragsrelevante Fragen des Kunden, sind selbstverständlich kostenfrei

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