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Sonderlösungen für Makler und Vermittler

Sonderlösungen für Makler und Vermittler

Wer als Makler aufgrund der Coronakrise unter Beitragsverlusten und Stornokosten im Lebensversicherungsgeschäft leidet, hat Grund zur Hoffnung: Einige Versicherer bemühen sich um Sonderlösungen.

Bisher sind im LV-Neugeschäft jedoch kaum Auswirkungen zu spüren.

In Krisenzeiten verändert sich das öffentliche Bewusstsein und die wirtschaftliche Situation. Schätzungen gehen von etwa 2,5 Millionen Menschen aus, die Kurzarbeitergeld beantragen müssen. Dazu kommen Zukunftsängste und finanzielle Verunsicherung. Auswirkungen, die auch Versicherer zu spüren bekommen. Viele Menschen werden in solchen Situationen durchaus ihren Versicherungsschutz infrage stellen, insbesondere die Lebensversicherung rutscht auf der persönlichen Prioritätenliste tiefer.

Mehrarbeit und zusätzliche Probleme

Probleme bekommen in solchen Szenarien auch Versicherungsmakler – wenn viele Kunden ihre Verträge beitragsfrei stellen, sorgt die Stornohaftung für zusätzlichen Druck. Versicherer wollen dem entgegenwirken und arbeiten an sozial verträglichen Stornolösungen. So entwickeln einige Versicherer derzeit an einer belastungsfreien Aussetzung der Beiträge von bis zu einem Jahr. Eine anteilige Rückbelastung der Vergütung zulasten der Vermittler erfolgen in diesem Zeitraum dann nicht. Bei der Volkswohl Bund Lebensversicherung gibt es auch weitere Sonderregelungen. Sofern der Erstbetrag gezahlt wurde, besteht auch die Stundung von bis zu drei Monatsbeiträgen – geltend für Anfragen, die bis zum 30. April 2020 eingereicht werden.

Nichts vernachlässigen

Obwohl aufgrund der Krisensituation viele Bereiche des öffentlichen Lebens förmlich still liegen und auch bei den Versicherern manche Abteilungen überhaupt nicht, bzw. sehr schwer erreichbar sind, sollten Makler bestimmte Dinge keinesfalls vernachlässigen. Insbesondere sollten aus rechtlichen Gründen Schäden unverzüglich gemeldet werden. Auch sind Vermittler gesetzlich verpflichtet, bei risikorelevanten Umständen ungefragt tätig zu werden.

Entscheidungen prüfen

Auch sollten ablehnende Entscheidungen umgehend überprüft werden. Wenn Leistungsablehnungen unkommentiert bleiben, begeben sich insbesondere Vermittler in die Gefahr, in Haftung zu geraten. Insbesondere gilt dies auch in Sachen Betriebsschließungsversicherungen, die momentan besondere Aktualität genießen.

Kunden beraten

In diesem Zusammenhang kommt es aktuell auch zu längeren Leerständen bestimmter Betriebe. Leerstände geraten in Gefahr, Plünderungen und Vandalismus nach sich zu ziehen. Ein Leerstand bedeutet deshalb in manchen Fällen eine Gefahrenerhöhung der Geschäftsinhalts- und Gebäudeversicherungen. Wenn diese Gefahrenerhöhung vernachlässigt oder zu spät den Versicherern angezeigt wird, sieht das Versicherungsvertragsgesetz bei Leistungsfällen durchaus Kürzungen vor.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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