Produktiv

Sinn und Unsinn einer Reisegepäckversicherung

Für wen lohnt sich eine Reisegepäckversicherung? Was ist von ihr zu erwarten, wann macht sie überhaupt Sinn? Fragen, die sich die Stiftung Warentest im Rahmen eines Tests von 14 Tarifen gestellt und entsprechende Schlüsse gezogen hat.

Das Ergebnis ist mehr als unbefriedigend: Keine der im Test geprüften zehn Jahresverträge und vier Einzel-Reise Policen kommt in jedem Fall für Schäden auf, denn es gibt jede Menge Einschränkungen. In vielen Fällen ist die Reisegepäckversicherung sogar völlig überflüssig, da die meisten Schäden bereits von den Reiseveranstaltern oder Verkehrsunternehmen abgedeckt werden.

Strenge Regeln und Einschränkungen

So ist nur den wenigsten Reisenden klar, dass dem Diebstahlschutz enge Grenzen gesetzt sind. Denn viele Dinge, wie Bargeld, Geld- und Kreditkarten oder Fahrkarten und Flugtickets sind grundsätzlich vom Diebstahlschutz ausgenommen. Und für elektronische Geräte, für Foto- und Filmkameras sowie Schmuck und besondere Wertsachen gelten strenge Regeln. Für Schiffs- und Busreisen hingegen lohnt sich der Abschluss einer Reisegepäckversicherung. Denn wenn Gepäck aus der Schiffskabine gestohlen wird, haften die Reeder nie. Und auch Busunternehmen sind für den Diebstahl aus dem Gepäckraum des Busses nur haftbar zu machen, wenn dem verantwortlichen Busfahrer grobes Verschulden nachgewiesen werden kann. Doch wer kann das schon.

Test-Sieger nur für Bestandskunden offen

Sinn macht eine Reisegepäckversicherung aber auch, wenn die Reisenden über keine Hausratversicherung verfügen. Eine solche Versicherung deckt nämlich Raub und Einbruchdiebstahl aus Hotelzimmern bis zu einer bestimmten Höhe ab, was allerdings die wenigsten Versicherungsnehmer wissen. Im Test am besten abgeschnitten hat die „Reise-Gepäckversicherung“ der DEVK, die allerdings nur Bestandskunden des Versicherers offen steht, dafür aber über weniger Einschränkungen verfügt als es bei anderen Unternehmen der Fall ist. Die günstigste Reisegepäckversicherung liegt bei einem Jahresbeitrag von 43 Euro, die teuerste bei 120 Euro. Wichtig für Interessierte vor der Reise ist die Frage, wann welcher Gegenstand wie versichert ist.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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