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Sind Sie ein Sympathieträger?

Ob wir jemanden sympathisch finden oder nicht, entscheiden wir bei der ersten Begegnung. Dieser Eindruck ist jedoch nicht in Stein gemeißelt. Er lässt sich sogar bewusst manipulieren – auch im Nachhinein.

Sympathie ist eine Art selbsterfüllender Prophezeiung. Sind wir der Überzeugung, dass uns jemand mag, verhalten wir uns ihm gegenüber automatisch freundlicher und herzlicher. Das wiederum hat zur Folge, dass wir auf unser Gegenüber tatsächlich sympathisch wirken. Im Umkehrschluss begegnen wir Menschen, von denen wir Ablehnung befürchten, eher reserviert und kühl – was bei unserem Gegenüber genau so und alles andere als sympathisch ankommt.

Zufälle gibt es nicht

Anziehungskraft und Sympathie sind keine Zufälle. Von „Akzeptanzresonanz“ sprechen Sozialpsychologen. Und diese lässt sich zu einem großen Teil beeinflussen. Mit Komplimenten und Lob beispielsweise. Wir Menschen sehnen uns nach Bestätigung und Wertschätzung. Wird dieses Bedürfnis befriedigt, fühlen wir uns direkt besser. Unterbewusst verknüpfen wir das positive Gefühl mit demjenigen, der es ausgelöst hat. Das gleiche gilt für Hilfsbereitschaft und kleine Aufmerksamkeiten.

Selbst Kollegen und Vorgesetzte, die wir vorher unsympathisch fanden, sammeln Punkte, wenn sie am Morgen einen Kaffee mitbringen oder freiwillig den Spüldienst in der Büro-Küche übernehmen. Im Kundenkontakt können ein persönlicher Anruf zum Geburtstag oder eine handgeschriebene Karte zu Weihnachten wahre Wunder bewirken.

Ähnlich, aber weniger aktiv ist ein anderer Trick: Bitten Sie um Rat. Der Gefragte wird sich geschmeichelt fühlen, dass Sie ausgerechnet auf seine Einschätzung Wert legen. Je größer das Ego der Person, desto bestätigter und besser fühlt sie sich in dieser Situation. Fragen Sie jedoch nur, wenn Sie der Überzeugung sind, dass Ihr Gegenüber tatsächlich eine Antwort parat hat. Andernfalls könnten Sie sein Selbstwertgefühl abwerten und den Effekt erzielen, dass sich die Person in Ihrer Nähe künftig verunsichert und unwohl fühlt.

Körpersprache lesen

Nicht zu unterschätzen ist die Wirkung unserer Körpersprache. Eine aufrechte, selbstbewusste Haltung, ein freundliches Lächeln, ein kräftiger Händedruck, Blickkontakt und, in Gesprächen, ein bestätigendes Kopfnicken wirken sympathisch. Ein aufmerksames Zuhören suggerieren Sie zudem, indem Sie die letzten drei Worte Ihres Gegenübers aufgreifen und Ihrer Antwort voranstellen.

Gemeinsamkeiten wecken Sympathien

Ahmen Sie die Körpersprache, Gestik und Mimik Ihres Gegenübers (unauffällig) nach. Finden wir jemanden sympathisch, tun wir das übrigens automatisch. Besonders auffällig ist dieses Phänomen, wenn jemand gähnt, sich an der Nase kratz, die Beine übereinander schlägt oder zum Wasserglas greift. Gleich und gleich gesellt sich eben gern.

Nutzen Sie diese Volksweisheit und erinnern Sie Ihr Gegenüber an Gemeinsamkeiten. Sie teilen ein spezielles Hobby, die Fan-Liebe für einen Verein oder leben in einer ähnlichen Familienkonstellation? Sprechen Sie diese Themen regelmäßig an und ernten Sie dadurch automatisch Sympathiepunkte. Wir mögen Menschen, die uns ähnlich sind.

Ich mag dich (nicht)

Doch wie sieht es andersherum aus? Was, wenn wir einen Menschen absolut nicht ausstehen können, mit ihm aber beispielsweise täglich zusammenarbeiten müssen? An dieser Stelle hilft eine Art psychologischer „Selbstbetrug“.

Sagen wir uns regelmäßig und laut, dass wir jemanden mögen (auch, wenn das nicht stimmt), finden wir denjenigen bald tatsächlich sympathischer. Dies haben Psychologen bei einem Experiment im Jahr 2011 herausgefunden.

Rebecca Schwab, Jahrgang 1988, ist ausgebildete Online-Redakteurin.
Seit Mai 2016 ist sie für den Finanz- und Versicherungsverlag tätig.

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