Produktiv

Schwierigkeiten bei der Kfz-Regulierung

Schwierigkeiten bei der Kfz-Regulierung

Eine aktuelle Umfrage unter Verkehrsanwälten offenbart, dass geschädigte Autofahrer bei der Regulierung ihrer Schäden immer mehr Schwierigkeiten mit ihrem Kfz-Versicherer haben.

Versicherer zögern Leistungen immer länger hinaus – oder verweigern gänzlich die Zahlung.

Marktführer führt auch bei Regulierungsproblemen

Nach Beobachtungen von Verkehrsanwälten hat sich die Regulierung von Kfz-Haftpflichtfällen durch die Versicherer während der letzten Jahre deutlich verschlechtert. In einer Forsa-Umfrage, über die das Nachrichtenmagazin Stern in seiner letzten Ausgabe berichtete, fällt besonders der Marktführer im Kfz-Bereich mit elf Millionen Policen, der Versicherer HUK-Coburg, negativ auf. Immerhin ganze 72 Prozent aller 1072 befragten Anwälte sind davon überzeugt, dass sich während der vergangenen fünf Jahre das Regulierungsverhalten der Versicherer verschlechtert habe. 52 Prozent gaben an, dass sich dies sogar deutlich verschlechtert habe. Lediglich nur vier Prozent gaben entgegen diesem Eindruck an, dass sich die Regulierungen verbessert hätten.

Verzögerungstaktik und verschleppte Bearbeitung?

Insbesondere hätten sich die Bearbeitungszeiten der einzelnen Schadensfälle deutlich verlängert. Kritik verursachte auch die Verwendung von Verzögerungstaktiken und die immer häufiger angewandte und meistens unbegründete Kürzung und Zurückweisung von Leistungen. Der Gesamtverband der Versicherungen (GdV) weist die Kritik hingegen zurück und moniert, dass diese Studie sich überwiegend auf unzufriedene Kunden stützen würde. Jörg Elsner, als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein Auftraggeber dieser Studien widerspricht. Bei den Versicherungen würde nicht mehr der juristische Aspekt im Vordergrund stehen, sondern nur noch nach betriebswirtschaftlichen Gründen versucht werde, abzurechnen. Der Geschädigte kann deshalb nicht mehr darauf vertrauen, dass ihm freiwillig soviel gezahlt werden würde, wie ihm auch zustehe. „Unsere regelmäßigen Umfragen zeigen, welche Versicherer hier besonders auffallen“, so Elsner.

Wenig Kritik für die Gothaer

68 Prozent der befragten Verkehrsanwälte haben angegeben, dass es bei der HUK-Coburg „häufig zu Problemen“ bei der Regulierung von Haftpflichtschäden gebe, gefolgt von der VHV mit 46 Prozent sowie der Allianz mit 44 Prozent, die in der Kategorie Bearbeitungszeiten am schlechtesten abschneidet (dort gefolgt von der HUK-Coburg und der VHV). Für die Gothaer gab es hingegen mit neun Prozent die sparsamste Kritik. Die Allianz und VHV wollten sich auf Anfrage des Stern zu dieser Studie nicht äußern, lediglich die HUK-Coburg verteidigte sich pauschal, deren Kunden würden sich „seltener als marktüblich“ beschweren und sowieso würde der Versicherer mit Kunden oder Anspruchsstellern „seltener Prozesse führen“.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter abonnieren

Send this to a friend