Profiliert

Schuften bis der Arzt kommt – deutsche Arbeitnehmer brennen aus

Neun von zehn Deutschen fühlen sich in ihrem Job gestresst. Ständiger Termindruck, ein schlechtes Arbeitsklima und emotionaler Stress machen den Arbeitnehmern am meisten zu schaffen. Psychische Erkrankungen und Arbeitsunfähigkeit sind oft die Folge.

Arbeiten bis zur völligen Erschöpfung. Aus asiatischen Ländern kennt man diesen Trend, der sich nun auch hierzulande durchzusetzen scheint. Besonders gefährdet sind junge Arbeitnehmer, zwischen 18 und 39 Jahren. „Für sie ist der Job besonders identitätsstiftend“, sagt Gerd Herold, Arbeitsmediziner der Krankenkasse Pronova BKK. „Sie wollen deshalb vollen Einsatz bringen und erkennen die eigenen Belastungsgrenzen häufig zu spät.“ 91 Prozent dieser Risikogruppe empfinden ihren Job als stark belastend. „Diese jungen Generationen sind von der Flexibilisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt besonders stark betroffen“, sagt Herold.

Jeden Dritten stressen Überstunden

Doch auch Arbeitnehmer jenseits der 40 stoßen oftmals an ihre Grenzen. So stellen Überstunden für jeden Dritten eine große Belastung dar – wie die Studie „Betriebliches Gesundheitsmanagement 2016“ zeigt. Hierfür hat die Pronova BKK 1.660 Arbeitnehmer befragen lassen. Eine ständige Erreichbarkeit empfinden demnach 30 Prozent als belastend. Als noch größeres Problem erkennen die Befragten emotionalen Stress (36 %), ein schlechtes Arbeitsklima (37 %) und hohen Termindruck (38%).

Rebecca Schwab, Jahrgang 1988, ist ausgebildete Online-Redakteurin.
Seit Mai 2016 ist sie für den Finanz- und Versicherungsverlag tätig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter abonnieren
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.

Send this to a friend