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Schmerzhafte Schlappe für das Vergleichsportal Check24

Schmerzhafte Schlappe für das Vergleichsportal Check24

In einem langen Rechtsstreit mit dem BVK unterlag das Vergleichsportal. Kern der Klage ist die Verletzung „elementarer Informationspflichten“.

Check24 soll deshalb ein Ordnungsgeld von 15.000 Euro zahlen – und prüft nun eine Beschwerde.

Großes Ordnungsgeld für kleine Formalie

Das Landgericht München hat in dem langen Rechtsstreit zwischen Versicherungsvertretern des Bundesverbandes der Versicherungskaufleute (BVK) und dem Online-Versicherungsvermittler und Vergleichsportal Check24 sein Urteil gesprochen. Es verhängte gegen Check24 ein Ordnungsgeld in Höhe von 15.000 Euro. Damit soll Check24 nachdrücklich dazu bewegt werden, Besucher ihrer Seite über die Provisionsvergütungen aufzuklären, die das Unternehmen für die Vermittlung von Versicherungen kassiert.

Vergleichsportal hat Urteil zu frei interpretiert

Bereits vor Jahren wurde Check24 bereits vom BVK wegen eines unfairen Wettbewerbs verklagt. 2017 wurde deshalb bereits vom Münchener Oberlandesgericht geurteilt, dass Besucher des Check24-Portals nachdrücklich auf die bestehende Maklertätigkeit und die damit verbundenen Provisionsmotivationen hinzuweisen sind. Check24 versuchte daraufhin, einen entsprechenden Hinweis eher nachträglich einzubauen – und nicht, wie eigentlich gerichtlich bestimmt, proaktiv zu Beginn eines Versicherungsvergleichs und der anschließenden Vermittlung. Vertreter des BVK stellten deshalb einen Ordnungsmittelantrag.

Check24 will sich weiter streiten

Der Vorstand von Check24 prüft nun intensiv den vorliegenden Beschluss des Gerichtes und überlegt, ob gegen das aktuelle Urteil Beschwerde eingelegt werden sollte. Man geht bei Check24 nämlich wechselwirkend davon aus, dass diese Rechtsprechung auch für die im BVK organisierten Versicherungsmakler verbindlich ist und auch sie verpflichtet sind, auf ihren Webseiten Kunden frühzeitig über ihre Provisionen zu informieren. Der langjährige Rechtsstreit könnte sich also noch fortsetzen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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