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Rechtlicher Rahmen für Robo Advice gefordert

Rechtlicher Rahmen für Robo Advice gefordert

Die Künstliche Intelligenz (KI) der Digitalisierung setzt sich weiter fort. Zahlreiche Anwendungen sorgen in der Anlage- und Vorsorgeberatung bereits für Prozessbeschleunigung und Innovation. Kritiker bedenken, dass dabei die Gefahren unterschätzt werden.

Drohen den Kunden durch Algorithmen tatsächlich Wertverluste und Fehlentscheidungen?

Hauptargument digitaler Anlageberatung

Künstliche Intelligenz ist bereits in der Lage, innerhalb von zwölf Sekunden kundenorientierte Anlagelösungen zu liefern. Auf der Basis von abgestimmten Fragen lösen KI-basierte IT-Lösungen in fast 80 Prozent erfolgreiche Beratungsabschlüsse. Die KI ist das Hauptargument bei der Verwendung digitaler Anlageberatungen. Nebenbei entsteht so auch ein enormer Konkurrenzdruck.

Basis sind Algorithmen

So setzen immer mehr Versicherer Robo Adviser im Tagesgeschäft ein. Die Berliner Ideal Versicherung plant noch in diesem Jahr, die Möglichkeit eines KI-basierten Online-Abschluss im Bereich der klassischen privaten Rentenversicherung zu etablieren. Ab Ende 2018 ist vorgesehen, Universal Life online im Internet zu vertreiben, eine klassische Lebensversicherung mit der marginalen Zinsgarantie von 0,5 Prozent auf Nettobeiträge, abzüglich sämtlicher Vertriebs- und Verwaltungskosten. Basierend auf logischen Algorithmen.

BaFin ist gefragt

Doch ausgerechnet diesen Algorithmen misstrauen Kritiker. So auch die Verbraucherzentrale Bundesverband. Der Verband bezweifelt die Qualität der standardisierten Abfrage von Kundenmerkmalen. Die Gefahr bestehe, dass die Kunden letztlich eine „digitale Katze im Sack“ kaufen würden. Hier sei die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gefragt, die dafür eine „gesetzliche Befugnis zur Kontrolle“ der Algorithmen benötigten würde. Misstrauen erweckt außerdem die Tatsache, dass die Algorithmen nicht von unabhängigen Anbietern stammt, die kein Interesse am Produktverkauf haben.

Prächtiges Wachstum erwartet

Das Beratungshaus PriceWaterhouseCoopers (PwC) fordert hingegen in einer Mitteilung, dass die staatliche Förderung von künstlicher Intelligenz sich nicht allein auf die finanziellen Aspekte beschränken dürfe. Es müsste vielmehr darum gehen, die kulturelle Kluft zwischen der deutschen Wirtschaft und der jungen Entwicklungsbranche zu schließen. Die zukünftige Entwicklung der KI-Nutzung kalkuliert PwC mit einem BIP-Wachstum von 11,3 Prozent bis 2030. Einige ist man sich, dass die vorhandenen rechtlichen Unklarheiten im Bereich der KI-Entwicklung in Deutschland nicht zum Investitionshemmnis werden darf. Die Politik steht in der Pflicht, hier Klarheit zu schaffen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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