Produktiv

Provisionen 2017 weiter angestiegen

Provisionen 2017 weiter angestiegen

Nach Angaben der Bundesregierung haben Versicherungen in Deutschland im vergangenen Jahr Provisionen in Höhe von rund 17 Milliarden Euro an Makler und Vermittler ausgezahlt.

Für dieses Jahr wird mit einer steigenden Tendenz gerechnet.

Tendenz steigend

Gemäß einer Antwort auf die kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion haben deutsche Versicherer rund 17 Milliarden Euro an Provisionen ausbezahlt. Die tatsächliche Höhe der Provisionsausschüttungen ist während der letzten Jahre deutlich angestiegen. Für 2014 und 2015 wurden jeweils 15,9 Milliarden an Provisionen verzeichnet, 2016 waren es bereits 16,2 Milliarden Euro.

Inklusive sonstige Bezüge

Die Rechnung der Bundesregierung bezieht sich dabei auf Abschluss- und Verlängerungsprovisionen aus Versicherungsgeschäften sowie auf alle Provisionen, die nicht „anderen Funktionsbereichen“ zugeordnet werden. Grundlagen sind Zahlen, die von den Versicherern und Versicherungsvertrieben über die Formblätter 200 und 810 gemeldet wurden. Enthalten sind dabei auch die an Versicherungsvertreter ausbezahlten sonstigen Bezüge.

Unbeantwortete Fragen

Die Anfrage der freien Demokraten bezog sich allerdings auch auf Fragen zum aktuellen Status Quo zur Honorar- und Provisionsberatung im Vertrieb. Dabei blieben allerdings viele Fragen unbeantwortet, was deutlich macht, dass die Regierung zu zahlreichen Entwicklungen im Vertrieb von Versicherungs- und Finanzbetrieben offensichtlich über keinerlei Daten verfügt.

„Neuland“ für Bundesregierung

So fehlen gänzlich Zahlen zum Aufkommen von Honorarberatern und Provisionsvermittler. Auch können keine offiziellen Angaben zur relativen Vergütung des Kunden eines Honorarberaters gemacht werden. Ebenso werden Zahlen zum durchschnittlichen Vertragsvolumen bei Beratung gegen Honorar vermisst. Dadurch fehlen statistisch belegbare Zahlen, an denen die Vergütungssituation von Finanzanlagevermittlern nach § 34f sowie deren Berater nach § 34h erkennbar ist. Für die Bundesregierung scheint dieser Bereich weitgehend „Neuland„.

Honorarberater derzeit noch „Exoten“

Honorarberater sind demnach immer noch berufliche Exoten, die es schwer haben. Bis zum 1. Oktober 2018 waren bundesweit „nur“ 193 Finanzanlagenberater, 349 Versicherungsberater sowie 640 Immobiliendarlehensberater auf Honorarbasis registriert.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

1 Comment

  1. Hallo Herr Hintze,

    bezog sich die Anfrage der FDP auf Personen- oder Sachversicherungsprovisionen oder beides?
    Falls Letzteres zuträfe, würde eine absolute Maßzahl keinen Sinn ergeben. Wenn die Wirtschafts-
    leistung steigt, erhöhen sich z.B. die Sachprovisionen mit, das hat mit Beratungsqualität gar nichts zu tun.
    Einmal abgesehen davon, dass sich Qualität weder durch Provisions- noch Honorarhöhe bestimmt,
    sondern durch die Beraterqualifikation, Berücksichtigung der Kundeninteressen und vergütungsunabhängige Empfehlung.

    Ich störe mich auch an dem Wort „Provisionsausschüttung“, dass hört sich nach Gewinn an. Tatsächlich
    ist das für einen Versicherungsvermittler lediglich der Umsatz, aus dem er alle Kosten bestreiten soll und
    natürlich auch Steuern und Abgaben leistet. Ich verstehe auch nicht ganz, warum Provision so ein Unwort
    geworden ist, von den Skandalen einmal abgesehen. Kein Mensch käme auf die Idee, die Summe der
    bei Handelskäufen von Autos, Möbeln o.ä. bezogenen Verkäuferprovisionen aufzulisten.

    Aber vielleicht sollte ich diesen Kommentar eher an die Politik als an Sie als Verfasser richten 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter abonnieren
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.

Send this to a friend