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Protestbriefe für die Gewerbefreiheit

Protestbriefe für die Gewerbefreiheit

„Finger weg von der Deckelung meiner Abschlussvergütung und dem rückwirkenden Eingriff in Bestandsverträge“ – so der etwas sperrige Titel eines Protestbriefes von Erwin Hausen, Chefredakteur vom „versicherungstipp“ und Koordinator der Bundesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Versicherungsmakler (BFV).

Makler können und sollen diesen Brief ergänzen und an Bundesregierung und ihre Bundestagsabgeordneten schicken.

Ideologie und Populismus?

Vermittlerverbände müssen sich jetzt beeilen, um wirkungsvollen politischen Gegendruck gegen den geplanten Provisionsdeckel aufzubauen. Denn über das umstrittene Gesetz muss der Bundesrat nicht abstimmen. Was wiederum die gesamte Branche schockiert. Denn vor Jahren wäre undenkbar gewesen, in welcher Form und Geschwindigkeit die verfassungsrechtlich garantierte Gewerbefreiheit ignoriert wird und sich Politiker über eindeutige Rechtslagen hinwegsetzen. Ist der Populismus das Wert?

Keine zunehmende Qualität in Beratung

Offensichtlich, so die schärfsten Kritiker, wurde Rechtsstaatlichkeit durch Ideologie ersetzt. Mit der Rechtsgültigkeit des Provisionsdeckels wird das Einkommen einer ganzen Berufsgruppe beschnitten. Gerade der notwendige Nachwuchs wird so in die Perspektivlosigkeit gedrängt. Selbst die Versicherer zweifeln am Sinn des Gesetzentwurfes. Kein Versicherer beklagte sich bisher über „Fehlanreize“ oder exzessiv hohe Vergütungen. Außerdem würden die Mehrleistungen der Versicherungsmakler für ihrer Kunden überhaupt nicht berücksichtigt. Die Qualität der Beratung würde durch den Provisionsdeckel eher ab-, anstatt zunehmen.

Bedenkliche Zahlen

Dabei sind sich alle Beteiligten einig: Qualifizierte Beratung muss durchaus angemessen vergütet werden. Allerdings ist die Vergütung von 2013 bis 2017, hier bezogen auf private Altersvorsorge-Verträge gegen laufenden Beitrag, über 10 Prozent gesunken. Dagegen sind die Gehälter der Angestellten in Versicherungsunternehmen im gleichen Zeitraum um über 10 Prozent gestiegen, wie Erwin Hausen recherchierte.

Der Protestbrief des BFV steht allen Makler zur Verfügung und ist auf der Webseite der Bundesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Versicherungsmakler als Download erhältlich.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

1 Comment

  1. Politiker selbst mit Rückstellungsdefiziten bei der Beamtenversorgung von 1,7 Billionen Euro und bei 0,03% Beschwerdequote bei Vermittlern, wovon selbst der allerbeste Politiker nur träumen kann, zerstören die letzte Bastion für die Alrersversorgung der Bürger, Nur der Makler übersieht den gesamten Markt und haftet sogar für das beste Angebot, Mehr und besser geht für den Bürger nicht. Dazu kommt, die gar nicht erwähnte Provisionshaftung bis zu 10 Jahren. Forderung: Alle Kürzungen werden zurückgenommen Ein Volksbegehren zur Abschaffung des Beamtentums ist schon, über YouTube in Planung. Nur die Haarfarbe wird noch diskutiert.

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