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Pool-Verbund gegen BaFin-Aufsicht

Pool-Verbund gegen BaFin-Aufsicht

Die Regierung plant weiterhin, die Aufsicht der Finanzanlagevermittler in die Hände der BaFin zu legen. Auf AfW-Initiative haben sich nun Pools zusammengeschlossen, die sich entschieden gegen diese Pläne aussprechen.

Die Kompetenzerweiterung der Finanzaufsicht ist Bestandteil des Koalitionsvertrages.

Bundesregierung besteht auf Pläne

Die Bundesregierung besteht weiterhin auf Pläne, die Aufsicht über die Finanzanlagenvermittler (gemäß Paragraf 34 d und 34 f der Gewerbeordnung) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu übertragen. Nun fordern auch die in der AfW-Initiative „Pools für Makler“ zusammengeschlossenen Maklerpools, dass stattdessen weiterhin die IHKs diese Wächterfunktion wahrnehmen. Damit würde das Ziel der Bundesregierung, nämlich eine „einheitliche und qualitativ hochwertige“ Finanzaufsicht zu ermöglichen, keinesfalls konterkariert, sondern unnötige Kosten vermieden.

Kaum Nutzen, wesentlich meher Kosten

Gegen die BaFin spricht aus Sicht der Pools unter anderem die Probleme der Vergangenheit. Skandale um Infinus, Prokon, S&K, P&R sowie der Deutschen Bank hätten Defizite der Finanzaufsicht aufgezeigt. Außerdem wird von den Pools befürchtet, dass das vorhandene Umlagenprinzip für BaFin-beaufsichtigte Unternehmen für hohe Kosten für die Vermittler führt. Kosten, die auch dazu führen, dass zahlreiche Vermittler den Markt verlassen werden und somit die unabhängige Finanzberatung in Deutschland leiden wird.

Zerstückelung anstatt Vereinheitlichung

Darüber hinaus wird im Falle einer BaFin-Aufsicht davon ausgegangen, dass die IHKs aufgrund ihrer dann Nichtzuständigkeit keine Beratungsdienstleistungen mehr für Finanzanlagenvermittler durchführen wird. Dennoch würde für sie weiterhin eine IHK-Zulassungspflicht gemäß § 34d Gewerbeordnung bestehen, womit die Aufsicht nicht vereinheitlicht, sondern zerstückelt wird. Wichtiges Argument: Seit der Einführung des Kammersystems 2013 als Vermittleraufsicht wurden durchaus gute Erfahrungen mit dieser Praxis gemacht. Zu einer kleinen Anfrage der FDP im März 2019 (DS 19/1163) bestätigte die Bundesregierung, über keine Schadensfälle Kenntnis zu haben, die durch Finanzanlagenvermittler verursacht wurden.

„Who´s Who“ deutscher Pools

Die Initiative „Pools für Makler“ wurde vom Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. (AfW) initiiert. Derzeit haben sich die Apella AG, aruna GmbH, BCA AG, CHARTA Börse für Versicherungen AG, blau direkt GmbH & Co. KG, degenia Versicherungsdienst AG, Fonds Finanz Maklerservice GmbH, FondsKonzept AG, Fondsnet Holding GmbH, Jung, DMS & Cie. Pool GmbH, KAB Maklerservice GmbH, maxpool Gruppe, Netfonds AG, Status GmbH, VEMA Versicherungsmakler Genossenschaft eG, VFV GmbH – DER SACHPOOL, Wefox Group Services (GER) GmbH sowie die WIFO GmbH der Initiative angeschlossen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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