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Policen richtig absetzen

Policen richtig absetzen

Kosten für Versicherungen lassen sich von der Steuer absetzen. Verunsicherung herrscht allerdings, worauf bei der Steuererklärung zu achten ist und welche Versicherungen in welcher Form geltend gemacht werden.

Versicherungen gelten in den meisten Fällen als Werbungskosten oder als Sonderausgaben.

Sonderausgaben oder Werbungskosten

Wer seine Steuererklärung macht, ist häufig in Detailfragen überfordert. Detailfragen entstehen in den meisten Fällen, wenn es um die Form und den Rahmen der Erklärung geht. Als grundsätzliche Faustregel gilt, dass alle Versicherungen, die aus Gründen der Vorsorge und Einkommensabsicherung sowie der Absicherung von Beruf und Ausbildung abgeschlossen wurden, steuerlich geltend gemacht werden können. Und zwar in den allermeisten Fällen entweder als Werbungskosten, oder aber als Sonderausgaben.

Die passende Anlage

Beiträge für Versicherungen, die ein berufliches Risiko abdecken (wie alle Berufshaftpflichtversicherungen, berufliche Unfallversicherungen und Rechtsschutzversicherungen, die für das Arbeitsrecht gelten) zählen als Werbungskosten und müssen in der Anlage „N“ der Steuererklärung vermerkt werden. Policen, die ein privates Risiko abdecken (wie private und gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherungen, Pflegezusatzversicherungen, gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherungen, alle Haftpflichtversicherungen, BUK-Versicherungen, Lebensversicherungen, Kfz-Haftpflicht sowie Krankenzusatzversicherungen) fallen unter die Sonderausgaben und sollten in der Anlage „Vorsorgeaufwand“ der Steuererklärung aufgeführt sein. Eine Ausnahme bilden Riester-Renten; die kommen in die Anlage „AV“. Sachversicherungen (Hausrat-, Gebäude-, Fahrrad-, Reisegepäck-, und Reiserücktrittsversicherungen sowie der Kfz-Kaskoschutz) lassen sich grundsätzlich nicht von der Steuer absetzen.

Bescheinigungen nicht vergessen!

Policen, die gleichzeitig ein privates und berufliches Risiko abdecken, müssen in der Steuererklärung anteilig zwischen den Sonderausgaben und den Werbungskosten aufgeteilt werden. Der Anteil der entsprechenden Beitragssätze sind auf der Bescheinigung vermerkt, die von den jeweiligen Versicherungen zum Zweck der jährlichen Steuererklärung versendet werden. Kein Nachweis wird für die betriebliche Altersvorsorge benötigt – denn diese Beiträge sind bereits auf dem Lohnsteuerbescheid des Arbeitgebers vermerkt, da diese bereits mit dem monatlichen Bruttogehalt verrechnet wurde. Alle dort nicht vermerkten Versicherungen müssen bescheinigt werden. Schließlich können diese Kosten nur abgesetzt werden, wenn diese auch tatsächlich bezahlt wurden. Im Zweifelsfall sollten für Rückfragen alle relevanten Überweisungsbelege und Kontoauszüge aufbewahrt werden.

Viele Grenzen, einige Ausnahmen

Obergrenzen für die abzusetzenden Versicherungen gibt es in bestimmten Fällen. Berufliche Policen als Werbungskosten lassen sich ohne Obergrenzen absetzen, Versicherungen zu Versorgungsaufwendungen können als Sonderausgaben bis zu einer Höchstgrenze von 1.900 Euro (Arbeitnehmer) bzw. 2.800 Euro (Selbstständige) geltend gemacht werden, Riester-Verträge bis zu 2.100 Euro (inklusive staatlicher Zulagen). Ledige können ihre Altersvorsorgeaufwendungen für das Jahr 2018 höchstens mit maximal 23.712 Euro geltend machen. Verheiratete Paare können, wie bei allen Vorsorgeaufwendungen, den doppelten Satz absetzten. Allerdings können Steuerzahler erst ab 2025 diese Maximalgrenze komplett ausschöpfen, bis dahin erkennt das Finanzamt lediglich 84 Prozent der Obergrenze an. Wer außerdem noch rentenversicherungspflichtig ist, dem wird der Arbeitgeberanteil komplett gekürzt.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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