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Papierlosigkeit bleibt vorerst Utopie

Papierlosigkeit bleibt vorerst Utopie

Lediglich sechs Prozent aller Schadens- und Leistungsfälle wurden in den letzten zwei Jahren komplett digital abgewickelt. Die avisierte Papierlosigkeit durch konsequente Digitalisierung bleibt also vorerst Utopie.

Dieses Bild zeichnet sich nach einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom ab.

Je digitaler, je nachhaltiger

Bereits vor einigen Jahren haben sich zahlreiche Versicherungsunternehmen erklärt, sich zukünftig wesentlich digitaler aufzustellen und nachhaltigere Betriebsprozesse zu etablieren. Dazu gehört hinsichtlich eines logischen Klima- und Umweltschutzes auch, natürliche Ressourcen zu schonen und in allen Verwaltungsstrukturen Papier zu sparen. Wie sich durch die Umfrage zeigte, haben aber gerade viele Versicherer diesbezüglich noch einiges nach- und aufzuholen.

Papier macht langsam

Dabei sind die Papier-orientierten Tätigkeiten wesentlich zeitaufwendiger und arbeitsintensiver als vergleichbare digitale Prozesse. Es erfordert außerdem einen hohen personellen Aufwand, schriftliche, also analoge, Papiere einzeln zu erfassen, zu analysieren und schließlich zu scannen um erst dann die gewonnenen Informationen auszuwerten und weiter zu bearbeiten.

Grundsätzlich eher zufrieden

Versicherungskunden sind mit der digitalen Kommunikation ihrer Versicherung in ihrem Allgemeinempfinden durchaus zufrieden. Manche Kunden, immerhin rund zwei Drittel der Befragten, beurteilen sogar ihre Erfahrungen mit Versicherungsapps, Websites und sonstigen digitalen Vertriebskanälen als sehr gut. Probleme scheint es lediglich noch in der Umsetzung und der Akzeptanz von Video-Chats und direkten Kontakten in sozialen Netzwerken zu geben, die in der Umfrage lediglich von 40 Prozent der Befragten als „sehr gut“ oder „eher gut“ bezeichnet werden.

Je jünger – je digitaler

Immer noch gilt der Maßstab: je jünger, je digitaler. Versicherer, die gerade jüngere Kunden als Zielgruppe im Blick haben, sollten sich konsequent auf digitale Kommunikationskanäle konzentrieren. Gerade durch die Corona-Krise ist ein Trend zu Video-Chats und Messenger zu erkennen. Bitkom-Präsident Achim Berg betonte deshalb, dass dieser Trend als Chance den Versicherern nicht nur große Potenziale eröffne, sondern auch eine Digitalisierung-Verpflichtung darstelle.

Im Rahmen dieser repräsentative telefonischen Umfrage, die von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt wurde, nahmen insgesamt 1.004 volljährige Personen aus Deutschland teil.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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