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Online, Video und Social Media – Ein Familienunternehmen setzt auf Hightech

Wer in Bingen die Senior Partner Finanzmanagement besucht, trifft auf ein schlichtes Einfamilienhaus. Nach einer freundlichen Begrüßung wird man durch den Flur des Privathauses geführt, in dem sich zum Garten hin in einer kleinen Einliegerwohnung ein Besprechungsraum verbirgt. Hier trifft man sich mit Versicherern oder, ganz vereinzelt, auch einmal mit Kunden. Die tatsächlichen Büroräume sind im 2. Stock untergebracht. Das Unternehmen wird familiär geführt und vermittelt einen traditionellen Eindruck, doch der erste Eindruck greift zu kurz: Vater und Sohn führen gemeinsam einen erfolgreichen Maklerbetrieb mit hoch durchdachtem wirtschaftlichen Ansatz, bei dem selbst Globalisierungseffekte nicht ungenutzt bleiben. Jörn Krämer brilliert im Understatement.

Ich gehöre nicht zu den Leuten, die sagen: Früher war alles besser.

Jörn Krämer - Versicherungsmakler aus Bingen
Jörn Krämer – Versicherungsmakler aus Bingen

Jörn Krämer ist studierter Volkswirt, aber wenn man ihm begegnet, lässt er sich den Akademiker nicht anmerken. Er wirkt unauffällig, eher wie einer der vielen Quereinsteiger in unserer Branche, obwohl er eigentlich schon immer in der Branche war. Seine Karriere begann beim alten Gerling, und als sie dort endete, schied Jörn Krämer als Direktor und Vertriebsleiter aus. Andere hätten sich womöglich nach einem neuen sicheren Hafen umgesehen. Jörn Krämer aber entschied sich, nun nach seinen Vorstellungen weiterzumachen. Für einen Makler kein leichter Einstieg: „Es gab keinen Kundenkontakt. Ich konnte keinen Kunden mitnehmen. So habe ich angefangen, bei null zu akquirieren und rumzutelefonieren“, erzählt der heute 64-Jährige. Seine Kunden hat er längst nicht mehr nur regional. Am Anfang sei er schon hauptsächlich in Bingen tätig gewesen, habe Ärzte und Apotheker angeschrieben, doch relativ schnell habe er bundesweit gearbeitet. „Ich kam relativ früh zu blau direkt. Habe da noch eine der Anfangsnummern. Ich hatte damals überlegt, wie ich an Adressen komme. Das war die Zeit, wo überall die Portale hochkamen, und ich habe überlegt, wie man vielleicht über das Internet gehen kann. Bei der Suche nach einer Lösung bin ich auf blau gestoßen.“

Vor eineinhalb Jahren wurde Jörn Krämer von den Mitgliedern des Lübecker Maklerpools in den Partnerbeirat gewählt. Warum er diese Last auf sich nimmt? „Ich bin ein älterer Kollege und hoffe auf diesem Wege auch Dinge an die Kollegen weitergeben zu können, die sie in der Art nicht wissen. Ich gehöre nicht zu denen, die sagen: „Früher war alles besser.“ Aber manchmal kann man eben eine andere Sichtweise vermitteln. Jede Sache hat ja 2 Seiten.“

Ob ich irgendetwas anders hätte machen wollen? Nein!

Jörn Krämer und Sohn arbeiten familiär und bodenständig. Trotzdem verbirgt sich hinter dem Bingener Unternehmer mehr als ein traditionelles Familienunternehmen, denn wer näher hinsieht, bemerkt, dass die Krämers sich technisch wie ein Hightech-Unternehmen aufgestellt haben. „Wir sind insgesamt zu mindestens 95 Prozent nur online unterwegs. Dass hier mal jemand ins Büro kommt oder wir rausfahren, macht keine 2–3 Prozent aus.“ Wo andere Makler bewundernd Vorträgen über ihre Möglichkeiten im Internet lauschen, arbeiten die Krämers bereits seit 8 Jahren fast nur noch mit Onlinekonferenzen. Die Kunden würden ihre Termine teils selbst über einen Onlinekalender eintragen, verrät Jörn Krämer. Anders als viele andere setze er dabei nicht auf die Perfektionierung seiner Homepage: „Die haben wir seit 100 Jahren stehen, aber wir arbeiten mit vielen anderen Seiten. Wir machen halt gerne mal ein Video. Gerade heute Morgen habe ich ein Video zur Zahnversicherung gemacht und dann in 5 Minuten auf eine Seite gestellt, die wir dann wieder bewerben. In dem Bereich sind wir gut ausgerüstet.“ Familienmensch Krämer spricht lapidar von „Erklärvideos“, doch ein Blick in seinen YouTube-Kanal zeigt über 30.000 Views. Ebenso erfolgreich ist Familienmensch Krämer in seinem Blog. Freimütig erklärt er, dass er das Gros der Beiträge zusammenkaufe. Dennoch erreicht sein Blog immer wieder Top-Platzierungen im Google-Ranking. Überschätzen mag Jörn Krämer diese Erfolge aber nicht:“ Allmählich bringt das was. Ganz allmählich.“

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