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Offene Diskussionskultur drückt Fehlerquote

Offene Diskussionskultur drückt Fehlerquote

Fehler geschehen überall. Eine optimale Fehlerkultur sorgt für Schadenbegrenzung. Laut einer aktuellen Studie lässt die Fehlerkultur in der Versicherungsbranche allerdings zu wünschen übrig.

Fehler kosten allerdings der Branche Millionen, stören Betriebsabläufe, verzögern Projekte und schaden auch dem Firmenansehen.

Fehler wachsen durch Digitalisierung

Führungskräfte wissen, dass sich Fehler nie ganz vermeiden lassen – egal wie optimiert die Verwaltungsprozesse sind. In einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) geben 80 Prozent aller Befragten an, dass sie während der vergangenen zwei Jahre selbst Erfahrungen mit Fehlern gemacht haben. Auch leitende Angestellte geben an, dass gerade bei neuen Herausforderungen die Fehlerquoten wachsen. Rund 85 Prozent der Führungskräfte sowie 80 Prozent der Mitarbeiter sind sich sicher, dass die Gefahren der Fehlerquoten mit der Digitalisierung anwachsen.

Offene Diskussionskultur häufig nicht vorhanden

Grundlage einer effektiven Fehlerkultur ist eine offene Diskussionskultur. Nur wer offen Fehlverhalten, falsche Entscheidungen und gescheiterte Projekte über alle Ebenen hinaus thematisiert, geht produktiv mit Fehlern um und vermeidet ihre Wiederholung. Nach Einschätzung der befragten Mitarbeiter ist eine solche Diskussionskultur in lediglich der Hälfte aller Unternehmen möglich.

Gründe mangelnder Fehlerkultur

Es gibt auch Gründe für eine mangelhafte Fehlerkultur. So fürchten die befragten Führungskräfte dadurch einen Verlust an einer Innovationstätigkeit und somit der Wettbewerbsfähigkeit. Rund 40 Prozent nehmen außerdem an, dass sich thematisierte Fehler zu Skandalen entwickeln, die Mitarbeiter demotivieren und Großprojekte scheitern lassen. Über die Hälfte der Angestellten befürchtet dadurch hingegen eine Demotivation der Belegschaft.

Finanzbranche ist Schlusslicht in offener Fehlerkultur

Die Finanzbranche fällt im Vergleich mit anderen Wirtschaftszweigen in der Anwendung einer offenen Fehlerkultur rund 20 Prozent zurück. Lediglich 47 Prozent der befragten Führungskräfte bei Banken und Versicherern berichten über eine offene Diskussionskultur. Rund 60 Prozent davon befürchten Gesichtsverlust, die Hälfte macht die Macht alter Gewohnheiten dafür verantwortlich.

Grundlage dieser Studie war die Befragung von 800 Angestellten und 218 Führungskräften aus Industrie, Logistik, Transport sowie Banken und Versicherern.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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