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Nicht jeder kann von Zuhause arbeiten

Nicht jeder kann von Zuhause arbeiten

Arbeiten von Zuhause wird grundsätzlich immer attraktiver. Jedoch sperrt sich eine große Mehrheit der Unternehmen und Betriebe gegen flexible Home-Office-Arbeitsplätze. Denn viele Arbeitgeber sorgen sich um Effektivität und Leistung ihrer Angestellten.

Größte Angst: eine immer ungenauere Grenze zwischen Freizeit und Beruf.

Trennung von Freizeit und Beruf

Während Staatsgrenzen zu Auslaufmodellen werden, legen deutsche Arbeitgeber immer noch sehr großen Wert auf die Trennung von Freizeit und Beruf. Als Grund wird außerdem der wichtige Austausch mit Kollegen angegeben. Der jedoch im Zeitalter der Digitalisierung und unter vorhandener Kompetenz auch ohne physische Nähe möglich ist. Vielleicht ist es aber einfach nur Misstrauen, weshalb so stark an der Anwesenheitskultur in Deutschland festgehalten wird: Immerhin beklagen sich rund acht Prozent der Home-Office-Nutzer, dass ihnen seitens des Arbeitgebers unterstellt wird, nicht genug von zuhause zu arbeiten.

Büro bleibt Arbeitsmittelpunkt

Anlässlich einer Studie der Bundesagentur für Arbeit, bei der Personalverantwortliche und Angestellte aus insgesamt 16.000 Betrieben regelmäßig zu verschiedenen Themen befragt werden, kam heraus, dass rund 22 Prozent der Befragten auch von zu Hause arbeiten. Im Vergleich zu 2013 ist dies ein mäßiges Plus von drei Prozent. Deutlich wurde, dass die grundsätzliche Möglichkeit zum Home-Office mit der Größe des Betriebs ansteigt. In den meisten Fällen bildet das Büro jedoch den Arbeitsmittelpunkt, dem sie lediglich für einige Stunden in der Woche fernbleiben.

Gesetzlicher Anspruch fraglich

Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt hingegen, dass mittlerweile rund ein Viertel aller Betriebe ihren Arbeitnehmern Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb ihres Büros bietet. Aber nur ein Zehntel aller Angestellten arbeitet, zumindest zeitweise, von zu Hause. Ob die Forderung der Sozialdemokraten nach einem gesetzlichen Anspruch auf Home-Office-Arbeitsplätze nur Populismus, oder aber ernst gemeint ist, bleibt offen.

Home-Office bleibt langfristig Nische

Nicht vergessen werden darf jedoch, dass Arbeit von Zuhause immer eine Nische bleiben wird, die bestimmten Berufsgruppen vorbehalten ist. Menschen in betrieblicher Produktion, in einem Ladengeschäft oder in Tätigkeiten unter Kundenverkehr, werden nie in den Genuss eines Home-Office-Arbeitsplatzes kommen. So konzentrieren sich viele Firmen darauf, entsprechende Möglichkeiten ausschließlich für qualifizierte Führungskräfte zu schaffen.

Die Höchstwerte bei Home-Office-Kapazitäten belegt der Bereich Vertrieb und Marketing. Hier arbeiten Angestellte durchschnittlich acht Stunden pro Woche von Zuhause aus. Führungskräfte in diesem Bereich erzielen sogar bis zu 59 Prozent. Ein weiterer Zweig mit überdurchschnittlicher Home-Office-Quote belegt der Bereich IT sowie die naturwissenschaftlichen Dienstleistungen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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