Produktiv

Neues Image durch Digitalisierung

Eine der größten Herausforderungen für die Versicherungsbranche neben der Digitalisierung ist die demografische Entwicklung.

Traditionelle Arbeitszeiten wie beispielsweise von 8 bis 18 Uhr sind im Zeitalter der Digitalisierung überholt. Wer mit dem globalen Wandel Schritt halten will, muss sich ändern – das gilt gerade für Versicherer.

Schlechtes Image kein Klischee

In erster Linie ist es für die Versicherer wichtig, ihre Produktportfolios den Kundenerfordernissen im digitalen Zeitalter anzupassen. Dann müssen die daraus resultierenden Abwicklungsprozesse in Betrieb und Verwaltung digitalisiert werden, was nicht ohne intensive Mitwirkung der immer älter werdenden Stammbelegschaft möglich ist. Denn das Kontingent junger Erwerbstätiger auf dem deutschen Arbeitsmarkt schrumpft kontinuierlich. Gleichzeitig schreckt das schlechte Image der Versicherungsbranche junge, akademisch ausgebildete Berufsanfänger ab. Ein Image, das nicht auf Klischees, sondern auf seriösen Studien basiert.

Auch ältere Mitarbeiter müssen digitale Kompetenzen erwerben

Es führt also kein Weg daran vorbei, auch altgediente Mitarbeiter voll in die digitale Transformation einzubeziehen. Voraussetzung für digitale Kompetenz ist die Notwendigkeit, neue Dinge zu lernen und umzusetzen – und altbewährte Methoden über Bord zu werfen. Wer immer noch jedes Word-Dokument ausdruckt und abheftet, beweist höchstens über geringe digitale Kompetenzen zu verfügen. Und auch wer lieber zum Telefon greift, anstatt mit seinen Kunden zu chatten oder zur Kommunikation auf soziale Medien zurück zu greifen, sollte lernen umzudenken.

Branche kann durch Digitalisierung attraktiver werden

Viel entscheidender ist aber, dass Kunden rund um die Uhr Zugang zum Internet haben und dabei nicht auf klassische Arbeitszeiten angewiesen sind. In Sachen Arbeitsflexibilität ist aber nicht nur die Personalvertretung gefragt. Auch die Möglichkeiten eines flexiblen Homeoffice sollten für Mitarbeiter geprüft werden, ebenso wie das alte Denken aufgegeben werden sollte. In Zukunft kommt es aufgrund vielstufiger Bearbeitungsprozesse vielmehr auf spartenübergreifende Zusatzqualifikationen an. Was alleine schon aufgrund transparenterer Abwicklungsprozesse Sinn macht. Dabei ist das Aufbrechen traditioneller Hierarchien bis in die Vorstandsetagen wichtig. Moderne Kommunikation, offene Hierarchien und eine flexible Arbeitszeitregelung führen zu freien Gestaltungsmöglichkeiten und ebnen Wege zu einer optimierten Work-Life-Balance. Dadurch könnte die Digitalisierung nicht nur für optimierte Prozesse sorgen, sondern auch die gesamte Branche als Arbeitgeber attraktiver machen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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