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Neuer Name trotz alter Probleme

Neuer Name trotz alter Probleme

Wenn ein Makler oder Vermittler das Wort „Riester“ in den Mund nimmt, verläuft das Beratungsgespräch in der Regel nur noch kurz und knapp. Die meisten Verbraucher verbinden mit „Riestern“ eher Pleiten, Pech und Pannen anstatt eine effektive Altersvorsorge.

Verdi hat dies erkannt und bietet jetzt das ungeliebte Produkt unter neuem Namen.

Beide Säulen kräftigen

Nach Ansicht der Verdi gelingt die Bekämpfung von Altersarmut am effektivsten mit dem 2-Säulen-Modell – mit der gesetzlichen, kombiniert um die betriebliche Altersvorsorge. Damit beide dieser Säulen jedoch kräftig genug sind, um das gesamte Rentenkonzept zu stützen, müssen beide Systeme stabilisiert werden.

Kompliziert für Verbraucher

Die Verdi sieht als hauptsächliches Problem der Riester-Rente ihr schlechtes Image aufgrund einer problematischen Diskussion. Hoffnung, dass dieses Negativimage verschwindet, verspricht die kommende Zulagenrente. Außerdem würde es sich bei der Altersversorgung um ein komplexes und kompliziertes Thema handeln, auf das die wenigsten Menschen sich einlassen würden.

Alternativlos?!

Aber anstatt an einem funktionierenden Sozialpartnermodell zu arbeiten, produziert die Verdi Informationsvideos. Im vierminütigen Video „Betriebsrente – verdi erklärt“ wird mit viel Humor und an einigen Zahlenbeispielen gezeigt, wie selbst alleinerziehende Geringverdiener „riestern“ können. Fazit: „Riester-Förderung ist alternativlos!“ Fraglich nur, ob sich Zweifler in vier Minuten überzeugen lassen.

Ideologische Grabenkämpfe beseitigen

Verschiedene Branchenteilnehmer sollen bereits an einem echten „Sozialpartnermodell“ arbeiten, angeblich steht eine Einführung kurz bevor. Bereits jetzt zeichnen sich jedoch diverse Probleme ab. Besonders schwierig ist die Voraussetzung, dass die einzelnen Akteure eines solchen Modells auch tatsächlich zu wirklichen Partnern werden. Natürlich auch solche, die sich zuvor, wie Versicherer und Gewerkschafter, so ideologisch wie traditionell bekämpften.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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