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Neue GDV-Musterbedingungen für Reiseversicherungen

Neue GDV-Musterbedingungen für Reiseversicherungen

Die Bedingungen von Reiserücktrittsversicherungen im Schadensfall sind nicht selten kompliziert und undurchsichtig. Der GDV moniert dies bereits länger und hat jetzt seine Musterbedingungen für Reiseversicherungen um transparente Beispiele erweitert.

Diese Ergänzungen sollen für mehr Durchblick sorgen – rechtlich bindend für Versicherungen sind die Musterbedingungen jedoch nicht.

„Schwer“ und „Unerwartet“

Können Urlauber ihre Reise aufgrund von Krankheit nicht antreten oder muss der Urlaub aus anderen Gründen abgebrochen werden, zahlt die Reiserücktrittsversicherung die finanziellen Schäden und Stornokosten. Im Idealfall. Denn tatsächlich wird häufig nur dann reguliert, wenn es sich bei der Erkrankung auch um eine „unerwartet schwere“ Erkrankung handelt. Schwer für Versicherte, zu erkennen, wann oder wie eine Krankheit „unerwartet“ auftritt. Und was ist unter „schwer“ zu verstehen?

Reiseversicherungen zahlen selten ohne ärztliches Attest

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) hat deshalb seine unverbindlichen Musterbedingungen um entsprechende Erläuterungen und Beispiele ergänzt. Die Ergänzungen bieten Transparenz und vermeiden Missverständnisse. So wird unter anderem klargestellt, dass es sich um schwere Erkrankungen handelt, wenn ein Arzt eine Reiseuntauglichkeit erkennt und bescheinigt. Gleiches gilt bei Erkrankungen, die aufgrund der Beschwerdeart eine Reise unzumutbar beeinträchtigen. Diese Erkrankungen dürfen aber nicht absehbar sein, sondern müssen unerwartet auftreten. Ein erstmalig auftretender Herzinfarkt würde in diese Kategorie fallen.

Rechtlich nicht bindend

Die Musterbedingungen des GDV bieten auch Versicherern Orientierung, ihre Kunden besser und schlüssiger über die Versicherungsbedingungen ihrer Produkte zu informieren. Allerdings nur, wenn die Gesellschaften auch ein Interesse an solcher Transparenz haben – rechtlich bindend sind die Musterbedingungen nämlich nicht.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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