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Mit Zeiterfassung zur Honorarberatung

Mit Zeiterfassung zur Honorarberatung

Wer als Makler und Vermittler zum Honorarmodell wechseln möchte, sollte sich unbedingt mit dem Thema Zeiterfassung beschäftigen.

Nur wer den Wert der eigenen Arbeit einschätzt, ist auf einen Courtage-Deckel vorbereitet.

Zeitwert der Arbeit

Makler, die zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung zu einem Kunden aufs Land hinausfahren, freuen sich vielleicht über einen erholsamen Ausflug, über den Anblick grüner Felder oder über gesunde Landluft. Über den Verdienst wird er sich weniger Gedanken machen. Wer jedoch viele solcher Kunden in der Provinz hat und meistens auch nur Haftpflichtversicherungen verkauft, der sollte schnellstens seiner Arbeitszeit einen realistischen Zeitwert geben.

Vorbereitung für Honorarberatung

Wer seinen Geld-Wert pro Stunde kennt, kann eher realistisch abschätzen, auf welche Aufgaben und Produkte sich überhaupt noch gewinnbringend konzentriert werden sollte. Bei einem Fixum gilt nämlich: Je mehr Zeit in einen Kunden investiert wird, umso weniger Umsatz pro Stunde kann generiert werden. Wer in der Lage ist, Zeitaufwand und Umsatz realistisch zu kalkulieren, ist für die Honorarberatung ideal vorbereitet.

Transparenz der Arbeitsleistung

Und sollte es tatsächlich zu einem Courtage-Verbot in der Lebensversicherung kommen, wird jeder Berater dazu gezwungen, Honorare zu berechnen. Und dann ist es nur sinnvoll, Kunden sachlich den eigenen Zeitaufwand für Beratung und Angebotsstellung nachzuweisen. Dem Kunden selbst ist meistens nämlich nur der unmittelbare Aufwand bewusst, den er nur selbst mitbekommt.

Systematik der Zeit

Mit einer systematischen, geordneten Zeiterfassung kann jeder den tatsächlichen Aufwand nach Produkt und Kunde analysieren. So können Sektoren erkannt werden, die verschwendet wurden sowie jene, in denen Geld verdient wird. Wobei Arbeitsbereiche, die kein unmittelbares Geld einbringen, nicht unbedingt „umsonst“ sind. Beratung, Planung und Organisation ist wichtige „Saat“, um Einnahmegrundlagen zu schaffen.
Durch die Analyse, die durch Zeiterfassung möglich wird, lassen sich die kommenden Arbeitsphase ausgewogener planen. Wer die Tagesplanung sichtbar macht, erkennt aber auch notwendige Optionen, Prozesse wirtschaftlicher und strategischer anzupassen.

Mit Notizen die Zeit erfassen

Grundsätzlich gibt es drei übliche Möglichkeiten der Zeiterfassung. Die schriftliche Methode erfasst als Liste auf dem Tageskalender sämtliche Tagestätigkeiten: Von, bis, Projekt, Kunde, Ort und denkbare weitere Punkte werden dabei schriftlich notiert. Eine spätere Auswertung ist möglich, aber äußerst mühsam und zeitintensiv.

Zeiterfassung-Apps

Die digitale Form der Zeiterfassung findet sich in Apps für Android und Apple-Betriebssysteme (toggl, Taptile, Tyme, edtime) für alle gängigen Smartphones und Tabletcomputer. Dabei erfolgt die Zeiterfassung automatisch nach und bis zum Tastendruck, jeder Tagesstempel wird mit Stichworten und in Rubriken organisiert; auch die Auswertung erfolgt blitzschnell und vollautomatisch. Einige Apps biete dazu weitere Spielereien, wie vollautomatische Zeitstempel, nach zeitlichem, regelmäßigem Rhythmus und selbst ortsbezogen, also nach geografischer Vorgabe.

Das Zeiterfassung-Gadget

Drittens schließlich die digitale Luxus-Variante (Timeular). Diese Möglichkeit kommt nicht ohne Hardware aus: ein kleiner Würfel, der über bis zu zwölf frei belegbare und beschriftbare Seiten verfügt, die bestimmten Aufgaben zugeordnet werden. Wird der Würfel, der per Bluetooth mit der App verbunden ist, bei bestimmten Tätigkeiten auf das entsprechende Aufgabenfeld gelegt, dann zählt die App dafür automatisch einen entsprechenden Zeitstempel.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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