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Mediziner raten von Berufsunfähigkeitsversicherung ab

Viele Makler würden zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) raten. Mediziner hingegen sehen solche Policen jedoch skeptisch, da Krankheiten oder seelische Probleme durch Streit- und Grenzfälle produziert oder verschärft werden können.

“Grundsätzlich ist eine zeitlich befristete BU-Police etwas sehr Sinnvolles”, äußert sich Klaus-Dieter Thomann, Ärztlicher Leiter des Instituts für Versicherungsmedizin (IVM) in Frankfurt am Main, in der FAZ. Kann ein Versicherter nicht mehr arbeiten, erhält dieser eine monatliche Rente, welche seine Einnahmeverluste ausgleicht. „Das Risiko der Überversicherung ist groß. Daraus kann sich ein Rehabilitationsrisiko bilden“, so Thomann. Zu wissen, dass man auch ohne Erwerbstätigkeit ein sicheres Auskommen erhalte, könne Versicherte passiv machen und seelisch belasten. Die Folgen seien dieselben wie bei einer Frühverrentung: Passivität, eine schlechtere Gesundheit, eine frühere Sterblichkeit.

10 Kommentare

    1. Um H4 zu bekommen, müsste man dem Arbeitsmarkt zunächst mal zur Verfügung stehen. Davon ist bei einer BU nicht zwangsläufig auszugehen und bei einer Erwerbsminderung funktioniert das schon gar nicht.

  1. Ich darf mal fragend zusammenfassen: Passives Einkommen macht krank? Arme Reiche, arme bedarfsgerecht Versicherte im worst case … oder einfach nur eine bisher unentdeckte Korrelation von Armut und erfülltem, gesunden Leben?

    Kann man nur hoffen, dass der Mediziner (einer, nicht mehrere) im Falle eines Falles dann aus eigener Tasche für den Lebensunterhalt des Betroffenen aufkommt, viel Erfolg.

    Andererseits hat man den armen Kerl im originalen FAZ Artikel vermutlich einfach nur ähnlich aus dem Kontext gerissen zitiert, wie Herrn Gorr und Herrn Franke.

  2. Dann empfehle ich, dass alle Menschen/Ärzte grundsätzlich auf Vorsorgeuntersuchungen verzichten. Denn potentiell zu wissen, dass man erkrankt sein könnte, könnte psychisch nachteilige Auswirkungen haben.

    Das wäre die gleiche Logik!

    Man könnte ja auch argumentieren, dass die Gewissheit der finanziellen Freiheit sich psychisch positiv auswirkt und man sich mit dieser Sicherheit voll auf seine Genesung konzentrieren kann.

    Unglaublich. Ich hoffe ja mal, dass Ärzte von Branchenfremde für solche „Empfehlungen“ mal genau so haften müssen, wie Versicherungsmakler.

  3. Darum raten ja auch die eigenen Versorgungswerke der Ärzte, dass man das Risiko BU unbedingt privat absichern soll.
    Was für eine journalistische Fehlleistung. Chapeau…….und dann auch noch veröffentlichen nach dem Motto: Es macht einen noch kränker, wenn man ausreichend abgesichert ist und einem im BU Fall das finanzierte Eigenheim nicht weggepfändet wird. Ich möchte mal wissen, was in den Köpfen mancher Leute vorgeht. Nix mehr zu schreiben????

  4. Und wovon träumt dieser Mann nachts? Kaum ein Mensch wird oder kann sich eine Überversicherung bei BU leisten. Keine Versicherung wird bei höheren Einkoimmen eine Überversicherung zulassen, weil man einfach befürchtet, dass sich Kunden bereichern könnten. Da wollte wohl jemand mit Macht in die Presse. Das geht inzwischen leider auch sehr leicht mit dem Verbreiten von Blödsinn.

  5. Genial, also ist auch eine Feuerversicherung sinnlos da es im Leistungsfall eventuell Streitigkeiten gibt, die einen zusätzlich zum Verlust des Hauses psychisch krank machen. Außerdem sitzt man wenig aktiv vor dem Fernseher im von Handwerkern errichteten neuen Haus anstatt sich durch gesunde Arbeit beim selbstständigen Wiederaufbau bis in das hohe Alter fit zu halten. So habe ich das wirklich noch nicht gesehen.
    Warum plage ich mich eigentlich jeden Tag mit den Problemen meiner Kunden herum anstatt solch geniale Gutachten zu schreiben und dafür sicherlich ein gutes Honorar zu erhalten. Allerdings muss man wahrscheinlich ein mehr als überdurchschnittlich begabter Manipulator sein um für solchen Schwachsinn einen Abnehmer zu finden. Chapeau Herr Klaus-Dieter Thomann!

  6. Schließe mich meinem Vorredner an.
    Welcher BU-Fall ist denn überversichert???
    Mit der gleichen Logik sind auch viele Warner gegen Riester unterwegs:
    Vorsicht, die Rente wird auf Hartz IV angerechnet. Wenn Kunden meinen,
    das reicht im Alter, okay, dann viel Spaß in den letzten beiden Wochen im Monat, wenn
    das Geld alle ist :)).

  7. So ein Mediziner verdient eben auch nur Geld wenn er konsultiert wird. Wenn jetzt schon das Bestehen einer Existenzsicherung als Bedrohung des Einkommens von Ärzten wahrgenommen wird, steht es wohl auch in dieser Zunft nicht zum Besten.

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