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Map-Report alarmiert PKV-Versicherer

Map-Report alarmiert PKV-Versicherer

Unter dem Niedrigzins leidet die gesamte Finanzbranche. Einige private Krankenversicherer sehen sich dadurch nun gezwungen, sich aus dem Bereich der Vollversicherungen zurückzuziehen.

Der Ausstieg schwächerer Versicherer bedeutet eine Chance für Neulinge.

Nur noch Substanz

Laut aktuellem Map-Report liegt die laufende Durchschnittsverzinsung von Kapitalanlagen der PKV-Anbieter im vergangenen Jahr bei mageren 3,3 Prozent. Und es würde noch schlimmer aussehen, wenn die Betroffenen nicht verstärkt die Bewertungsreserven auf ihre Kapitalanlagen aufgelöst hätten. Auch diese rutschten im Schnitt von 16,8 auf 15 Prozent. Mittlerweile leben zahlreiche private Krankenversicherer lediglich von ihrer Substanz.

Bedenkliche Beitragserhöhungen

Leidtragende dieser Entwicklung sind nicht zuletzt die Versicherten. Denn gleichzeitig wachsen die Einnahmen der Krankenversicherer ausschließlich über Beitragserhöhungen. Das Beitragsplus von 4,8 Prozent stellt den größten Zuwachs seit 2010 dar. Auch wenn es sich dabei um Durchschnittszahlen handelt, sind die Beitragserhöhungen bedenklich.

Immer mehr Wechselwillige

Die Situation wird verschärft, da der Gesetzgeber die Versicherten schützt: Vom Beginn nächsten Jahres an werden die Mindestbeiträge für Freiberufler und Selbstständige in der gesetzlichen Krankenversicherung auf monatlich 171 Euro sinken. Ein durchaus attraktiver Anreiz für diese Zielgruppe, freiwillig in der gesetzlichen Kasse zu verbleiben. Und betroffene Privatversicherte suchen nach Möglichkeiten, zu wechseln.

Map-Report warnt

Der Map-Report warnt deshalb vor einer Spaltung des Marktes. Unter den gegebenen Umständen werden nur bilanzstarke Versicherer das Ende der Niedrigzinsphase überstehen. Versicherer, die bereits jetzt mit diesen Auswirkungen kämpfen, werden kaum überleben. So könnte sich die Situation ähnlich der Lebensversicherer entwickeln. Wenn sich dann zahlreiche private Krankenversicherer vom Kerngeschäft zurückziehen und sich auf Zusatzversicherungen konzentrieren, werden Versicherte erneut verlieren.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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