Produktiv

Maklerruhestand transparent und ausreichend planen

Maklerruhestand transparent und ausreichend planen

„Aufhören, wenn´s am schönsten ist“ – doch der Ruhestand scheint, zumindest für viele Versicherungsmakler, eine unangenehme Geschichte zu sein. Anders ist es nicht zu erklären, weshalb viele Makler ihren Beruf noch bis ins Rentenalter ausüben. Doch die digitale Transformation, Regulierungen und neue Vorschriften versauern vielen ihren „Unruhestand“.

Die Mehrheit der Makler lässt sich vom Ruhestand perspektivlos überraschen – dabei sind Nachfolgeregelungen kein Teufelszeug.

Vorsicht vor Veränderungen im Alter

Obwohl eigentlich die Altersvorsorge zum Grundsortiment des Versicherungsmaklers gehört, denken nur wenige an den eigenen Ruhestand. Die meisten über bis ins hohe Rentenalter ihren Beruf aus und verdrängen dabei, dass die modernen Anforderungen an diesen Beruf Makler über 65 überfordern können, mindestens aber für erheblichen Stress sorgen.

Zum Fluss der Bestandsprovisionen gehören weiterhin Pflichten

Wer möchte sich schon auf den letzten Berufsjahren mit digitalem Versicherungsmanagement beschäftigen? Offenbar viele, denn die Aussicht, fließende Bestandscourtagen als Rente zu nutzen, ist lukrativ. Zahlreiche Makler verdrängen dabei allerdings, dass die Betreuungs- und Weiterbildungspflichten von Beständen zu den Berufspflichten gehören. Wenn auch eventuell die Abwanderung unzufriedener Bestandskunden in dieser beruflichen Phase eher mit Gelassenheit zur Kenntnis genommen wird.

Altersvorsorge wichtig nehmen

Doch findet sich im eigenen Haus kein geeigneter Nachfolger, scheint die Hemmschwelle oft sehr hoch, das eigene Lebenswerk aus den Händen zu geben. Außerdem lässt sich ein, oft jahrzehntelang gewachsener guter Ruf nicht einfach auf einen Nachfolger übertragen. Nur die wenigsten erkennen auch, dass die eigene Altersvorsorge nicht weniger wichtig ist, als die der eigenen Kunden.

Zeit und Informationen geben Orientierung

Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Wer als Personen- bzw. Kapitalgesellschaft über mehr als 500.000 Euro Bestandsprovisionen verfügt, sollte sich mit einem Unternehmensverkauf beschäftigen. Wer jedoch als Einzelunternehmer darunter liegt, sollte sich mit einer Bestandsübertragung in ein Rentenmodell beschäftigen. Wichtig dabei ist immer, ausreichend Zeit einzuplanen, sich mit allen Möglichkeiten und Modellen auseinanderzusetzen.

Übergang aktiv begleiten

Wenn es dann zu einem Übergangsprozess kommt, sollte der betreffende Makler diesen sehr intensiv begleiten. Und nach einer Entscheidung sämtliche Kunden und Kooperationspartner transparent über die Ruhestandregelung informieren. Den wichtigsten Kunden sollte der Nachfolger im Idealfall persönlich vorgestellt werden. Nicht weniger wichtig ist es auch, eventuelle Mitarbeiter vom Anfang an in die Übergabeprozesse einzubinden und ihnen zeitliche Perspektiven für eine eventuelle Weiterbeschäftigung, bzw. einem Wechsel einzuräumen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter abonnieren
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.

Send this to a friend