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Makler gegen Run-off

Makler gegen Run-off

Nach einer aktuellen Umfrage von Maxpool hegen Makler großes Misstrauen gegen Abwicklungsplattformen in der Lebensversicherung. Aber auch Unsicherheiten gegenüber Kunden, deren Vertrag von einem Run-off-Unternehmen übernommen wurde.

Klare Meinungen gab es hingegen zum geplanten Provisionsdeckel.

Rund ein Drittel eher dafür

Rund 7000 Kooperationspartner der Maxpool Servicegesellschaft für Finanzdienstleister mbH wurden im September zum Thema „Run-off-Anbieter“ in der Lebensversicherung befragt. Etwa 75 Prozent der Befragten gab bei dieser Gelegenheit an, derartigen Gesellschaften nicht zu vertrauen. Begründet wird dieses Misstrauen durch Zweifel in Leistungsfähigkeit und Kompetenz. Nur 17 Prozent der Befragten sieht keine Unterschiede im Vergleich von Abwicklungsplattformen und Lebensversicherer. Immerhin neun Prozent sind der Meinung, dass derartige Unternehmen eventuell sogar leistungsfähiger als die Versicherer sind.

Fast alle raten zur Vorsicht

Fast alle Partner von Maxpool vermögen nicht zu beurteilen, ob eine Policenkündigung gegen Auszahlung des Rückkaufswertes sinnvoll ist. Ganze 96 Prozent raten ihren Kunden, eine Kündigung sehr genau zu prüfen und lieber erst mal am „Run-off“ teilzunehmen. Die Verbraucherschützer des Bundes der Versicherten e.V. (BdV) sowie des Vermittlerverbandes AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. raten, Kunden ein außerordentliches Wechsel- und Kündigungsrecht einzuräumen. Dadurch könnten die Verträge an einen neuen Versicherer weitergereicht werden – oder aber nach Kündigung wäre der volle Run-off-Übertragungswert fällig.

Mehr Schaden als Nutzen

Den geplanten Provisionsdeckel halten nur die wenigsten für richtig. Etwa 80 Prozent der Befragten halten die geplante Regulierung für falsch, weil sie mehr schaden als nutzen würde. Eine Minderheit von etwa 14 Prozent hält die Regulierung für angemessen, da diese „unangemessene Verkaufsanreize“ begrenzen würde. 72 der Befragten sind jedoch der Meinung, dass nach Einführung des Provisionsdeckels nur noch Besserverdienende mit größerer Vertragsvolumina sich eine umfassende Beratung leisten kann. Nur knapp 28 Prozent stellen sich vor, dass die Maßnahme keinerlei Auswirkungen auf die Beratungsqualität im Allgemeinen hätte.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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