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LV-Stornoquote ärgert den Bund der Versicherten

LV-Stornoquote ärgert den Bund der Versicherten

Der Bund der Versicherten (BdV) hält die gegenwärtigen Stornoquoten in der Lebensversicherung für erheblich zu hoch. Bei regulären Laufzeiten von 28 oder mehr Jahren, ist die Kündigung eher die Norm.

Die Stornoquote liegt im Moment bei 2,6 Prozent im Jahr; laut Berechnungen des Versicherungsverbandes GDV.

Nur „geringer Anteil“ Hält durch

2,6 Prozent erscheint auf dem ersten Blick nicht besonders viel. Der GDV feiert seine berechnete Quote deshalb auch als einen Erfolg. Der Bund der Versicherten (BdV) hingegen zeigt sich entsetzt. Und beruft sich dabei auf eigene Berechnungen. Und die legen nahe, dass bei einer derartigen Stornoquote lediglich „ein geringer Anteil“ aller Lebensversicherungsverträge bis zum Ende der Laufzeit durchhalten wird.

Kündigungen statistischer 70 Prozent

Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV, gibt an, für die eigenen Berechnungen Verträge analysiert zu haben, die von gegenwärtig 20-, 30- oder 40-jährigen Personen abgeschlossen werden. Nach BdV-Berechnungen würden von heute 100 Personen dieser Gruppe, die heute LV-Verträge abschließen würden, lediglich 27 Versicherte zum Eintritt ihres Rentenbeginns noch über ihre Lebensversicherung verfügen. Drei der Personen würden statistisch bereits verstorben sein und die Mehrzahl von 70 Personen würde hätte ihre Verträge bereits zwischenzeitlich gekündigt.

BdV für Provisionsdeckel

Kleinlein betont, dass Verträge, die zwischenzeitlich gekündigt würden, zu Verlusten führen und damit für die Altersvorsorge „schädlich“ sind. Die Berechnungen des BdV würden aufzeigen, dass die Versicherungsbranche zwar durchaus in der Lage sei, Verträge zu verkaufen – leider nicht jedoch vermag, die Versicherten langfristig zu überzeugen und zu halten. Für Axel Kleinlein erneut ein Grund, für den geplanten Provisionsdeckel in der Lebensversicherung zu plädieren.

Versicherer für Vertriebsanreiz

Es müsse nämlich den Versicherern darum gehen, Verkaufsanreize in durch einmalig hohe Abschlussprovisionen einzuschränken. Stattdessen sollte auf nachhaltige Vergütung gesetzt werden. Die Branche selbst kritisiert die BdV-Berechnungen hingegen für einseitig und deshalb unseriös. Die Versicherer halten den Provisionsdeckel für falsch und wollen vielmehr hohe Abschlussprovisionen als effektive Vertriebsanreize auch weiterhin nutzen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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