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LV-Provisionsdeckel „durchaus akzeptabel“

LV-Provisionsdeckel "durchaus akzeptabel"

Aufregung um die Deckelung von Provisionen. Viele Vermittlerverbände planen nun eine verfassungsrechtliche Überprüfung des geplanten Provisionsdeckels für Lebensversicherungen.

Nur der Bundesverband Deutscher Versicherungsmakler (BDVM) verzichtet und möchte sich nicht grundsätzlich gegen die Deckelung sperren.

Verfassungsrechtliche Überprüfung

Zuletzt hat der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) und der Bundesverband Finanzdienstleistung AfW angekündigt, die geplante Einführung des Provisionsdeckels in der Lebensversicherung verfassungsrechtlich überprüfen zu lassen. Und das hörte sich eher wie eine Drohung an. Während dem jährlichen Pressegespräch des BDVM in Hamburg erklärte hingegen Verbandspräsident Georg Bräuchle, dass sich sein Verband dem nicht anschließen will.

Keine Fundamentalopposition

Man möchte nicht in die Fundamentalopposition gehen, obwohl grundsätzlich regulatorische Eingriffe bedauert werden. Man würde vielmehr versuchen, gesellschaftliche und politische Entwicklungen realistisch einzuschätzen. Aus dieser Sicht sei der Vorschlag des BaFin-Exekutivdirektors Frank Grund „durchaus akzeptabel“, so der VDVM-Präsident. Grund will die Abschlussprovisionen auf 25 Prozent begrenzen, weitere 15 Prozent sollten bei Erfüllung bestimmter Qualitätskriterien fließen.

Optimistische Stimmung

Der BDVM rechnet mit dem Gesetzentwurf zum Provisionsdeckel im Frühjahr 2019. Eine interne Verbandsumfrage zeigt, dass 53 Prozent der dem BDVM verbundenen Maklerunternehmen für das kommende Jahr sogar mit steigenden Courtageeinnahmen rechnen. 37 Prozent der Befragten geht von gleichbleibenden Einkünften aus. Der Anteil der pessimistischen Mitglieder, die fest mit Einbußen rechnen, ist um drei Prozentpunkte auf 10 Prozent gesunken.

Bräuchle verabschiedet sich

Der Optimismus hat allerdings seinen guten Grund. Traditionell sind Makler, die im BDVM angeschlossen sind, überwiegend im Sachgeschäft tätig, von dem der Provisionsdeckel überhaupt betroffen ist. Deshalb besteht auch überhaupt kein Grund, dass sich der BDVM als „Don Quichotte“ aufspiele, so Georg Bräuchle, der bei dieser Veranstaltung gleichzeitig seinen Rücktritt als Verbandspräsident ankündigte. Als sein Nachfolger soll im November 2919 Yorck Hillegaart von der Funke-Gruppe werden. Bräuchle, der bereits Ende November 2018 sein Amt als Marsh-Geschäftsführer aufgibt, will in den Ruhestand treten.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

1 Comment

  1. Der Provisionsdeckel ist absolut unakzeptabel. Hier wird kein Unterschied zwischen den verschiedenen Vermittlergruppen, Banken, Angestellten der Versicherungen und Makler definiert. Da die erstgenannten Gehalt, Altersversorgung, Bürokosten incl. Digitalkosten und Spesen beziehen, ist das gegenüber dem Makler ein himmelweiter Unterschied. Es kommt dann noch der wesentlich höhere Aufwand wegen der gesamten Marktbeobachtung zum großen Vorteil der Bürger, mit voller Haftung dazu. Dass Maklerverbände und Versicherer dies den Politikern nicht klarmachen konnten, werde ich allerdings nie verstehen. Deswegen habe ich schon seit März 2017 bestimmt 10-mal angeregt, alle -wirklich alle Abgeordneten über den Maklerstatus zu informieren. Das ein Maklerverband das o.k. findet dürfte wohl an den grauen Zellen liegen. Wer diesen Unterschied akzeptiert hat meines Erachtens nicht die Qualität Kunden beraten zu dürfen.
    Die wesentlichste Motivation dafür sollte immer sein, dass alle Abgeordnete informiert sein sollten und nicht nur wenige in den Fachausschüssen. Ist wohl zu viel verlangt auch wenn die Gutverdiener noch besser verdient hätten, aber vor allem die anderen 50% wesentlich überlebensfähiger wären. Ich bin mir sehr sicher dass darunter auch viele seriöse und fachlich gut Ausgebildete den Bürger erstklassig beraten.
    Entscheidend für die Beachtung auch durch alle Medien sind allerdings ein gemeinsamer Stichtag und alle Parteien (Abgeordnete des Wahlkreises). Eigentlich einfach-wohl zu einfach.
    Übrigens, ich bin 68 Jahre alt und mache das sicher nicht für mich!

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