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Leitfaden für Banken und Fintech

Leitfaden für Banken und Fintech

Nach öffentlicher Konsultation hat die Europäische Zentralbank (EZB) Leitfäden zur Zulassung von Banken und Fintechs veröffentlicht. Damit verfügt die Finanzbranche nun über ein einheitliches Zulassungsverfahren.

Die Leitfäden informieren Fintech-Startups über notwendige Voraussetzungen, um eine Zulassung zu erhalten.

Digitalisierung erfordert einheitliche Bedingungen

Die Bankenwächter reagieren damit auf die zunehmende Digitalisierung des europäischen Finanzsektors. Die Europäische Zentralbank betont, dass auch Fintechs, die Bankgeschäfte betreiben, über eine standardisierte Zulassung verfügen und in der Lage sein müssen, ausreichende Risikokontrollen durchzuführen. Von Fintechs werden damit dieselben Bedingungen erwartet, wie alle anderen Banken.

Mehr Transparenz für Antragssteller

Der Fintech-Leitfaden informiert über die Aspekte einer besonderen Beurteilung von Zulassungsanträgen für Banken mit Fintech-Geschäftsmodell. Ergänzt wird dieser Fintech-Leitfaden durch einen weiteren Leitfaden für Banken, der sich insbesondere mit den Bewertungsanforderungen hinsichtlich Governance, Risikomanagement und Eigenkapital beschäftigt. Beide Leitfäden sollen für mehr Transparenz der aufsichtlichen Erwartungen sorgen. Zur Gewährleistung einheitlicher Bedingungen müssen FinTech-Banken dieselben Standards erfüllen, wie auch alle anderen Banken.

Kostenloser PDF-Download

Aufgabe der Europäischen Zentralbank (EZB) ist es, diese Standards zu gewährleisten und mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen sowie entsprechend zu reagieren. Erster Ansprechpartner für Banken und Fintechs sind jedoch nach wie vor die zuständigen nationalen Behörden, die bei den Beurteilungen eng mit der EZB zusammenarbeiten. Endgültige Entscheidungen über eine Gewährung, Verlängerung oder den Entzug von Bankzulassungen im Bereich der EU erlässt direkt die EZB. Der „Leitfaden zur Beurteilung von Zulassungsanträgen“ sowie der „Leitfaden zur Beurteilung von Anträgen auf Zulassung als Fintech-Kreditinstitut“ steht kostenlos als PDF-Download auf der Seite der EZB zur Verfügung.

Vor einigen Tagen hat N26 für Schlagzeilen gesorgt, die nach einer Finanzierungsrunde ein 160 Millionen Dollar schweres Investment und sich damit die bislang größte Eigenkapitalspritze eines deutschen Fintech-Unternehmens sichern konnten. Das Berliner Fintech N26 verfügt bereits über eine Banklizenz.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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