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Kreativität im Büro bringt mehr als nur innovative Ideen

Kreativität im Büro bringt mehr als nur innovative Ideen

Menschen, die unter Erfolgsdruck stehen, verlassen seltener gewohnte Pfade. Konformität führt jedoch zu Fehlern und dem Widerwillen, durch neue Wege diesen Fehlern aus dem Weg zu gehen.

Der renommierte US-Wirtschaftspsychologe Adam Grant behauptet, dass hingegen Nonkonformisten neben Kreativität und originellen Ideen auch über Mut und Durchhaltewillen verfügen, diese Ideen umzusetzen. Grant ist sich sicher, dass in jedem die Fähigkeit steckt, die Routinen des Alltags positiv zu verändern – es kommt nur auf die Einstellung an.

Nicht einer, sondern viele Wege führen zur Kreativität

Insbesondere US-amerikanische Firmen veranstalten regelmäßig Ideenwettbewerbe und Denklabore, um durch Kreativität Arbeitsroutinen zu optimieren. Allerdings ist Kreativität schwer zu fassen. Es gibt also keinen Königsweg, um Ideen im Büro sprudeln zu lassen – jedoch bewährte Ansätze, Kreativität zu fördern. Denn so wie Menschen Individuen sind, erlebt und profitiert jeder Mitarbeiter seine individuelle Kreativität auf unterschiedlichen Arten und Methodiken. Einer behauptet, die besten Ideen während des Schlafs zu bekommen, ein anderer beim täglichen Joggen, der Dritte während der gemütlichen Runde beim Bier unter Kollegen. Studien haben übrigens bewiesen, dass beschwipste Teilnehmer tatsächlich kreativer wirken, weil manche Menschen aufgrund einer grundsätzlich zurückhaltenden Persönlichkeitsstruktur unter leichtem Alkoholeinfluss freier assoziieren können. Eine fatale Methode, die geradewegs in die Sucht führen kann. Aus diesem Grund werden Unternehmen ihren Mitarbeitern auch kaum Cocktails und Bier servieren. Doch bereits kleine Schritte sorgen für ein kreatives Betriebsklima.

Locker lassen – aber nie loslassen

Ein erster Schritt zur Kreativität wäre bereits ein positiveres Verhältnis zum viel gescholtenen Prokrastinieren; also dem Aufschieben von Entscheidungen. Tatsächlich ist dieser Automatismus in Maßen hilfreich, denn im Gehirn reifen die Ideen und die Suche nach wichtigen Antworten unbemerkt weiter. In Phasen, in denen nicht verbissen an der Lösung gearbeitet wird, entstehen vielfach überraschende Lösungen und kreative Querverbindungen. Natürlich muss klar sein, dass darunter auch viele schlechte und unbrauchbare Lösungen sind. Doch mit der Anzahl an Ideen steigt die Chance, dass sich darunter auch die eine ideale und brauchbare Lösung befindet. Deshalb sind Innovationswettbewerbe ein nützlicher Ansatz, denn wenn die Mitarbeiter um Ideen gebeten werden, werden sie zum Nachdenken angeregt: Wie kann der Arbeitsablauf effektiver durchgeführt werden? Welche eigenen Neuentwicklungen können Konkurrenzprodukten in den Weg gestellt werden?

Kreativität braucht fördernde Umgebungen und fordernde Instrumente

Wichtig ist auch eine positive Grundstimmung innerhalb des Unternehmens, denn die Entwicklung von Ideen ist harte Arbeit, die ein ideales Arbeitsbiotop voraussetzt. Ideen lassen sich, wie alle anderen Produkte auch, entwickeln, bewerten, verwerfen, perfektionieren und produzieren. Für diesen Prozess ist jedoch gehaltvolles Feedback wichtig – auch wenn es sich dabei um Absagen handelt. Ideengeber wollen ernst genommen werden, ansonsten werden sie entmutigt. Der typische Ideenbriefkasten neben der Geschirrrückgabe in der Firmenkantine ist im digitalen Zeitalter allerdings so überflüssig wie die öffentliche Telefonzelle auf der Bahnhofstoilette. Das ideale Mittel, um Innovationswettbewerbe zu entwickeln und davon zu profitieren ist die Verwendung von internen Enterprise-Social-Networks, die intern eine effektive Unternehmenskommunikation ermöglichen. Diese Plattformen, die ausschließlich im firmeneigenen Intranet zur Verfügung stehen, erinnern stark an soziale Netzwerke wie facebook und ermöglichen ähnlich eine offene und unkomplizierte gemeinsame Kommunikation unter den Mitarbeitern, Führungskräften und Vorständen des Unternehmens. Einige interessante und zweckmäßige Lösungen sind u. a. Yammer und Stackfield.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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