Produktiv

Kostenersparnis durch Versicherungs-Run-off?

Kostenersparnis durch Versicherungs-Run-off?

Etwa 4 Millionen Lebensversicherungen wird die Generali an die Abwicklungsplattform Viridium übereignen. Um diesen Wechsel den betroffenen Kunden schmackhaft zu machen, verspricht Viridium jedem Kunden eine gutgeschriebene Kostenersparnis in Höhe von 10 Prozent.

Dem Bund der Versicherten (BdV) stört sich daran und erkennt einen Täuschungsversuch, um vor Nachteilen abzulenken.

Nur Anbieter profitieren

Für den BdV steht fest, dass die einzigen, die von einem Policenverkauf profitieren, die Anbieter sind. Sonst würde es auch kaum einen Grund geben, den betroffenen Kunden eine garantierte Kostenersparnis von 10 Prozent zu versprechen, wie dies Heinz-Peter Roß, Vorstandsvorsitzender von Viridium, bereits Ende Oktober in der FAZ am Sonntag ankündigte.

Unseriöse Versprechen

BdV-Chef Axel Kleinlein hält dieses Versprechen nicht unbedingt für seriös. Um eine solche Garantie einzuhalten, müsste der Abwickler nämlich zusätzliche, aktuarielle Berechnungen anstellen und dafür eine komplexe EDV einrichten, um weitere aufsichtsrechtliche Anforderungen zu erfüllen. Das würde sehr teuer werden, so Kleinlein, der deshalb bei Viridium nachfragte – und keine Antwort erhielt.

Unterlassung im Verbrauchersinn

Auch die anschließende Forderung der Verbraucherschützer, dass Viridium derartige Garantieversprechen künftig unterlässt, wurde von dem Abwickler ignoriert. So heißt es nun in einer BdV-Presseerklärung, dass sich deshalb nun der Bundesverband gezwungen sieht, rechtliche Schritte gegen Viridium einzuschlagen. So soll eine juristische Unterlassung künftig derartige Versprechungen verhindern.

legaler Betrug?

Der BdV geht nämlich stark davon aus, dass derartige Garantieversprechen nur dafür sorgen sollen, dass betroffene Kunden der Generali-Policen auf ihr Kündigungsrecht verzichten – und der Abwickler wesentlich höhere Gewinne erzielt. So zweifelt der BdV grundsätzlich daran, dass es solchen Unternehmen um Kostenersparnis geht. Kern der Geschäftsidee derartiger Abwickler sei es nämlich, den Kunden der Verträge möglichst wenig Überschüsse auszuzahlen und diese eher an die Investoren durchzureichen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter abonnieren
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.

Send this to a friend