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Kopfkissen lukrativer als Riestern?

Kopfkissen lukrativer als Riestern?

Das saß: Es würde sich eher lohnen, unter dem Kopfkissen seine Ersparnisse zu verwahren, als in Riester-Rentenversicherungen zu investieren! Das Fazit von BdV-Chef Kleinlein will der GDV nicht unkommentiert lassen: „Reine Polemik“, so der Konter.

Für den Versicherungsmonitor ein „Angriff auf die deutschen Lebensversicherer und ihre Vertriebspolitik“.

Polemisiert BdV-Kurzstudie?

Konkret geht es um eine sogenannte „Kurzstudie“, die der Verbraucherverband „Bund der Versicherten (BdV)“ zum Anfang des Jahres veröffentlicht hat. Dabei wird den Riester-Rentenversicherungsprodukten eine wesentlich schlechtere Rendite bescheinigt, als es die traditionellste aller Sparformen (Kopfkissen-Sparen) zu leisten vermag. Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV, betont in dieser Veröffentlichung, dass bei der Betrachtung versicherungsförmiger Riester-Renten unter dem Gesichtspunkt der garantierten Leistungen Verluste in allen Fällen vorprogrammiert wären.

Vorsorge-Kapital fließt an Riester-Produkten vorbei

Dabei bezieht sich der BdV auf eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest. Dabei wurde sich auf alle Tarife bezogen, die in dieser Untersuchung das beste, sowie das schlechteste Testergebnis erzielt haben. Das entsprechende Ergebnis bezieht sich auf alle Einzahlungen des Kunden sowie den Staatszuschüssen und belegt eine deutliche Negativ-Rendite. Diese negativen Renditen würden belegen, so Kleinlein, dass das Vorsorge-Kapital letztlich in anderen Kassen landet – und nicht im Riester-Produkt der Kunden.

GDV wirft BdV Tricks vor

Fazit des BdV-Vorstandssprechers: Die Versicherer sind nicht in der Lage, mit den anvertrauten Werten und Finanzen der Versicherungskunden erfolgreich zu wirtschaften. Für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft eine nicht ernst zu nehmende Polemik und Irreführung. Schließlich hätte der BdV mit einer viel zu niedrigen Lebenserwartung kalkuliert. Aber die Höhe der Rendite würde gerade davon abhängen, wo man diese ansetze. Außerdem wären die Verbraucherschützer bei der Verzinsung von einem unrealistischen Worst-Case-Szenario ausgegangen. Schließlich würden negative Renditen dabei durch die Untersuchungsmethode entstehen und nicht durch die Produkte.

Reale Lebenserwartung wesentlich optimistischer

Der GdV hätte mit einem „simplen Trick“ gearbeitet und unterstellt, dass die Lebenserwartungen der Versicherungskunden von den Gesellschaften viel zu vorsichtig kalkuliert würden. So entstehen dann die negativen Renditen. Tatsächlich würden die Versicherer diese Lebenserwartung durchaus realistisch kalkulieren. Und immerhin würde statistisch ein Viertel aller 2009 geborenen Jungen und fast 38 Prozent der Mädchen über eine durchschnittliche Lebenserwartung von 95 Jahren verfügen. Und auch ältere Jahrgänge könnten von einem zurzeit deutlich überdurchschnittlichen Lebensalter ausgehen.

Trotz hohem Verwaltungsaufwand Lohnenswert?

Peter Schwark, GDV-Geschäftsführer beklagte dabei den Volkssport einiger Verbraucherschützer, die Riester-Rente schlecht zu schreiben. Dabei würden unabhängige Untersuchungen erfolgter Auszahlungen hingegen eine Nachsteuerrendite zwischen 3 und 4 Prozent belegen. Laut GDV ein Beleg, dass sich die Riester-Rente durchaus lohne. Die Anbieter von Riester-Produkten würden meistens keine anderen Kosten als für nicht geförderte Produkte nehmen, obwohl die komplexen Förderverfahren im Bereich der Riester-Renten über einen etwa um 70 Prozent höheren Verwaltungsaufwand verfügen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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