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Kontroverse Aussagen sorgen für Verunsicherung

Kontroverse Aussagen sorgen für Verunsicherung

Axel Kleinlein, Chef und Sprecher des Bunds der Versicherten (BdV), sorgt gerne mit kontroversen Aussagen für Diskussionen. In einem jüngeren Blogbeitrag wirft er den Versicherern nun vor, für ein Überangebot an Versicherungsvermittlern gesorgt zu haben. Er hält die „Heerscharen von Vermittlern“ schlicht für überflüssig.

Tatsächlich sollen seine Thesen natürlich nicht die Vermittler, sondern die Versicherer treffen. Die halten solche Thesen jedoch für heiße Luft.

Provokanter Blogbeitrag

In einem Blogbeitrag, den Kleinlein vergangenen Monat publizierte, beklagt er sich über die Qualität von Altersvorsorgeprodukten, insbesondere Lebensversicherungen. Die Angebote der Lebensversicherer wären „zu schlecht, als dass man sie verkaufen sollte“, so Kleinlein. Aus diesem Grund wäre der Markt voller überflüssiger Vermittlerinnen und Vermittler, von denen der „Markt bereinigt“ werden sollte – „zumindest in dieser Berufsausprägung“.

Fachleute benötigt

Kleinlein betont, dass es ihm nicht um spezialisierte Vermittler gehe, die etwas von ihrem Beruf, von der Planung und Organisation einer grundsätzlichen Altersvorsorge verstehen würden. Wenn auch die richtigen Antworten auf die Fragen nach der richtigen Altersvorsorge nur selten ein Lebensversicherungsprodukt wäre, würden dennoch derartige Fachleute benötigt. „Wir brauchen Menschen, die die richtigen Empfehlungen zur Altersvorsorge geben“, so Kleinlein.

Selbst keine Antworten

Er selbst könnte auf solche Fragen allerdings keine Antworten geben, schließlich würde es beim Thema Altersvorsorge keine Standardantworten geben. Kleinlein meint jedoch Antworten zu wissen, bei denen man besonders aufpassen sollte, nämlich den Altersvorsorgeangeboten der Lebensversicherer – und die sollten „mit äußerster Vorsicht“ begegnet werden.

Verunsicherung führt zu Teufelskreis

Mit derartigen Blogbeiträgen wird jedoch wesentlich stärker das eigene Klientel verunsichert. Wenn selbst der Chef des Versichertenverbandes keine Perspektive in Sachen Altersvorsorge gibt, werden Verbraucher eher davon abgehalten, sich überhaupt Gedanken über Vorsorge im Alter machen. Ein Teufelskreis, den gerade Verbraucherverbände durchbrechen sollten.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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