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Kompositversicherer müssen Veränderung erkennen

Kompositversicherer müssen Veränderung erkennen

Digitaler Druck im Bereich der Kompositversicherungen. Eine aktuelle Studie geht der Zukunftsfähigkeit hinsichtlich sich ändernder Kundenbedürfnisse auf den Grund. Die Branche scheint auf nötige Veränderungen schlecht vorbereitet zu sein.

Auch Kompositversicherer können die umwälzenden Digitalisierungsprozesse nicht verdrängen.

Ist Komposit zukunftsfähig?

Die Studie, die von der Adesso Insurance Solutions GmbH in Zusammenarbeit mit den Versicherungsforen Leipzig GmbH durchgeführt wurde, hat Faktoren untersucht, die für eine angemessene Zukunftsfähigkeit der Kompositversicherungen wichtig und im Rahmen einer Konkurrenzfähigkeit entscheidend sind. Insbesondere wurden die Auswirkungen relevanter Trends auf die spezifischen Bereich Produkt-, Bestands- und Schadenmanagement, Underwriting, IT-Vertrieb und -Marketing ermittelt und quantifiziert.

Kaum IT-Schnittstellen vorhanden

Darauf basieren 18 Thesen zur Zukunft der Kompositversicherungen, die von insgesamt 128 Vorständen und leitenden Angestellten dieser Branche eingeschätzt und kommentiert wurden. Aus dieser Grundlage konnten die Studienautoren schließlich über eine Gap-Analyse die Problembereiche sowie die praxisrelevanten Handlungsfelder der Branche ermitteln. Unerlässlichster Punkt dabei ist die Schaffung von IT-Schnittstellen für einen Datenerhalt und -analyse. Ohne diese Schnittstellen ist Komplexität künftiger Produktmöglichkeiten kaum zu realisieren. Auch eine individuelle Austarifierung durch KI (künstliche Intelligenz) lässt sich ohne Schnittstellen nicht entwickeln.

Branche benötigt Flexibilität

Von zahlreichen Führungskräften erkannt wurde hingegen die Tatsache, dass die vorhandenen Produktangebote wesentlich mehr Flexibilität benötigen, um angemessen auf die immer schneller sich verändernden Kundenbedürfnisse zu reagieren. Angelpunkt auch dieser Entwicklung liegt wiederum in der Datensammlung und Datenauswertung.

Module liegen im Trend

Der Trend modularer Versicherungsprodukte gehört nach Ansicht der Studienautoren die Zukunft der Kompositversicherungen. Die Möglichkeit, Versicherungsprodukte über individuell-anpassbare „Bausteine“ zusammenzustellen, kommt beim Kunden sehr gut an und deckt seine Bedürfnisse in vielen Bereichen optimal ab. Modular aufgebaute Versicherungskonzepte gibt es nicht nur im Privatbereich, sondern mittlerweile auch für das Firmenkundengeschäft.

Möglichkeiten durch Veränderungen erkennen

Digitalisierung und Vernetzung verändert auch den Bereich Vertrieb und Marketing. Hier ist eine Entwicklung zur technologiebasierten situativen Beratung absehbar, digitale Assistenten werden also die „echten“ Vermittler zum Teil ablösen. Echte Beratung wird dafür umso wichtiger bei komplexen Versicherungsfragen und besonders im Bereich der Schadenfallbetreuung. Empathie bleibt ein nicht zu unterschätzender Kompetenzvorteil menschlicher Versicherungsberater.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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