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Keine Angst vor Beamten

Keine Angst vor Beamten

Viele Versicherungsvermittler und Makler fürchten die Beratung von Beamten. Vor der Komplexität und dem erforderlichen Spezialwissen schrecken manche zurück – und vergessen, wie interessant und lukrativ diese Zielgruppe ist.

Beamte befinden sich in Lebenszeit-Stellungen, verdienen überdurchschnittlich und wollen sich meistens hochwertig absichern.

In Lebenszeit-Stellung

Von den deutschlandweit rund 4,7 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst sind etwa 1,8 Millionen Beamte. Dazu gehören Finanzbeamte, Polizisten, Justizbeamte, Richter und auch Soldaten (mit Einschränkungen). Die meisten verfügen dabei um Arbeitsplätze auf Lebenszeit.

Ohne Kompetenz und Ahnung geht es nicht

Beamte benötigen in Versicherungsfragen, wie andere Versicherte, fachliche Beratung und einen kompetenten Überblick. Makler und Vermittler benötigen für diese Zielgruppe Kenntnisse zu gesetzlichen Regelungen im Beamtenrecht, um Versorgungslücken zu erkennen. Die berufsspezifischen Regelungen und Haftungen unterscheiden sich durchaus erheblich von denen, anderer Arbeitnehmer. Unbedingt berücksichtigt werden müssen bei Beratungen von Beamten Aspekte wie Beihilfe, Heilfürsorge, Pension und Dienstunfähigkeit – andere Bereiche, wie die Sozialversicherung und die gesetzliche Krankenversicherung, betreffen Beamte hingegen nur selten.

Unterschiedliche Versicherungsmodelle

In der Krankenversicherung erhalten Beamte meisten Beihilfen. Entstandene Arztrechnungen werden dabei eingereicht und durchschnittlich mit 50 bis 70 Prozent erstattet. Beamte, die aufgrund ihrer Tätigkeiten gesundheitlicher Risiken unterworfen sind, also Polizisten, Feuerwehrleute, Justizbeamte und auch Soldaten, erhalten anstatt Beihilfe Heilfürsorge – mit der die kompletten Krankenkosten übernommen werden. Unterschiede gibt es auch bei Beamtenanwärtern in der Ausbildung. Diese erhalten Zugang zu PKV-Anwärtertarifen, die sich in der Leistung nur unerheblich von regulären Tarifen unterscheiden.

„Hamburger Modell“ für Beamte

Bezüglich der Krankenversicherung von Beamten gibt es dazu seit August 2018 das sogenannte „Hamburger Modell“. Dabei versichern sich auch Beamte in der gesetzlichen Krankenkasse und erhalten dafür von Ihrem Dienstherrn einen pauschalen Zuschuss. Neben Hamburg wollen auch die Bundesländer Bremen, Berlin, Brandenburg und Thüringen dieses Modell für ihre Beamten einführen.

Thema Berufsunfähigkeit

Ein weiteres wichtiges Kapitel zur Beamten-Zielgruppe ist die Berufsunfähigkeit. Denn Beamte können aufgrund ihrer spezifischen Tätigkeiten durchaus von ihrem Dienstherrn als dienstunfähig eingestuft werden, ohne jedoch die Anforderungen an der Berufsunfähigkeit zu erfüllen. Aber nur sehr wenige Versicherer bieten Beamten eine spezielle Absicherung ihrer besonderen Dienstunfähigkeit.

sonstiger Bedarf für Beamte

Auch die Haftpflichtversicherung für Beamte unterscheidet sich von anderen Haftpflichtversicherung – mehr Verantwortung zieht meistens auch mehr Risiko nach sich. Deshalb ergänzt eine sogenannte „Amtshaftpflichtversicherung“ die private Haftpflichtversicherung. Und auch im Bereich der privaten Altersvorsorge gibt es Bedarf für Beamte. Denn vielen reicht die Pension ihres Dienstherrn nicht, die über die üblichen Altersvorsorgeprodukte aufgestockt werden kann.

Ohne Kompetenz kaum Durchdringung

Wer sich als Makler und Vermittler auf die Zielgruppe der Beamten konzentriert, verfügt neben einer besonders treuen Kundenbindung über sehr attraktive Cross-Selling-Möglichkeiten. Dennoch: Ohne fachliche Kompetenz ist es äußerst schwer, zu Beamten durchzudringen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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