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Islam-Fintech expandiert in Europa

Islam-Fintech expandiert in Europa

Ein neuer Wettbewerber auf dem Markt der digitalen Banken. Das Fintech Insha möchte in diesem Jahr noch auf den britischen und französischen Markt.

Der Name Insha wird dem arabischen „Inschallah“ abgeleitet und bedeutet „So Gott will“.

1.000.000 Kunden bis 2023

In Deutschland gibt es das deutsch-türkische Fintech Insha seit etwa einem Jahr. Nach eigenen Aussagen verfügt der Anbieter hier bereits über rund 12.000 Nutzer. Gründer und Geschäftsführer Yakup Sezer hat aber viel Größeres vor. So sollen bis 2023 eine Million Kunden verzeichnet werden.

Zins- und Spekulationsverbote

Zu den Wachstumsplänen gehört der Marktstart in Großbritannien und Frankreich – möglichst bereits schon im ersten Quartal des neuen Jahres 2020. Deutschland ist bislang der einzige Markt der islamkonformen Bank. Als Alleinstellungsmerkmal gelten „fromme Bankgeschäfte“ nach den Grundsätzen des Islam, beispielsweise das Zinsverbot. Insgesamt sieht Sezer eine Zielgruppe von bis zu 20 Millionen potenziellen Kunden. N26 verfügt nach eigenen Angaben über rund 3,5 Millionen Kunden.

Halal statt haram

Insha selbst wirbt mit zinsfreiem Banking und investiert nicht in Unternehmen, die mit verbotenen, sogenannten „haram“-Produkten handeln. Dazu zählen nach islamischen Glaubensgrundsätzen auch Geschäfte mit Schweinefleisch, Alkohol, Tabak, Glücksspiel und Waffen.

Mittels App Richtung Mekka

Yakup Sezer sieht die Grundlage seines Unternehmens auch als „ethisches Banking“, das durchaus auch für Nichtmuslime interessant ist. Dennoch konzentriert sich Insha auf seine Kernzielgruppe. Deshalb bietet die Insha-App auch einen Gebetskompass sowie einen Zakat-Rechner, um stets die für Muslime verpflichtende Sozialabgabe an Bedürftige zu ermitteln.

In der europäischen Nische

Insha verfügt bislang über keine eigene Banklizenz sondern nutzt als hundertprozentige Tochter der türkischen Albaraka Türk Bank bislang die Banking-Plattform der Solarisbank. Obwohl die Beziehungen zur Türkei sehr eng sein sollen, ist halal-Banking selbst dort eine Nische. Der Marktanteil islamischer Banken soll dort bei 6,1 Prozent liegen. Anders als in konservativen muslimischen Ländern. So liegt der Anteil islamischer Banken in Iran und Sudan bei relevanten 100 Prozent.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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