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Homeoffice auf dem Vormarsch

Homeoffice auf dem Vormarsch

Das Homeoffice wird bei Arbeitnehmern immer beliebter. Kann es sich auch für Arbeitgeber lohnen, ihre Angestellten auch von Zuhause arbeiten zu lassen?

Gründe, die für das Homeoffice sprechen, gibt es viele. Allerdings auch Risiken.

Etwa 29 Prozent aller bürogebundenen Angestellten würden langfristig vom heimischen Schreibtisch aus arbeiten. Von denen, die bereits vom Homeoffice arbeiten, würden 89 Prozent es auch weiterhin gerne tun. Bisher sträuben sich jedoch noch viele Arbeitgeber – obwohl vieles für ein Homeoffice spricht. Allerdings passt nicht jede Tätigkeit zum heimischen Arbeitsplatz.

Zufriedenheit und Loyalität

Arbeitnehmer am Homeoffice sind laut Studien wesentlich zufriedener und loyaler als ihre Kollegen in den Büros. Durch den heimgebundenen Arbeitsplatz werden viele Probleme beseitigt, ehe sich bereits entstehen: So werden durch das Pendeln zwischen Arbeitsplatz und Wohnort Zeit, Konzentration und Energie gespart. Dazu kommt natürlich die Kostenersparnis durch Benzin und Arbeitskleidung. Dazu, so Studienautoren, kommen positive psychische Auswirkungen der Berufstätigen im Homeoffice.

Gefahren umgehen

Wer im Homeoffice arbeiten kann, befindet sich unbeobachtet in vertrauter Umgebung und kann sich ohne Druck auf seine Arbeit konzentrieren. Dazu kommt die hohe Flexibilität, die natürlich nicht an Büroarbeitszeiten gebunden ist. Es entsteht eine Freiheit zu entscheiden, wann und wo gearbeitet wird. Der Job wird fairer und menschlicher, wenn sich die Arbeit an das private Leben anpasst – und nicht umgekehrt. Allerdings birgt diese Freiheit auch Gefahren. Die Gefahren der Ablenkung und der Organisation lauern Zuhause stärker als im Büro. Dadurch können die Vorteile schnell ins Gegenteil umschlagen. Eine Vermischung aus Beruf und Privatem sollte unbedingt vermieden werden. Außerdem sollte der Kontakt zu Kollegen nicht abreißen.

Optimale Arbeitsergebnisse sind möglich

Wichtig ist auch darauf zu achten, dass der Arbeitsplatz optimal eingerichtet ist. Unverzichtbar ist eine räumliche Trennung zwischen Haushalt und Beruf. Die verschließbare Tür vor dem Arbeitsraum ist genauso wichtig wie Ordnung und Struktur auf dem heimischen Schreibtisch. Ruhe und das optimale Setting kann dann für Arbeitsergebnisse sorgen, die unter gewöhnlichen Arbeitsbedingungen im Büro nur schwer zu erreichen sind.

Homeoffice führt zu Leistungssteigerungen

Vorreiter in Sachen Homeoffice ist zweifellos die Finanz- und Fintech-Branche, dort insbesondere die Zürich-Versicherungen. Die Schweizer experimentieren bereits seit einiger Zeit mit flexiblen Arbeitszeiten, die sich an die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter orientiert. Zahlreiche Fintechs arbeiten sogar mit sogenannten „Digital Nomads“ zusammen, die völlig ungebunden weltweit für Startups und digitale Unternehmen arbeiten. Der Schweiz-Chef der Zürich-Versicherungen bestätigte, dass ein Homeoffice zur Leistungssteigerung und zu sehr guten Resultaten führt.

Mittelweg am kostenoptimal

Am unkompliziertesten sind offensichtlich gemischte Modelle, sozusagen als Teilzeit-Homeoffice mit regelmäßiger Büropräsenz. So kann sichergestellt werden, dass die Mitarbeiter regelmäßig persönlich an Meetings teilnehmen und der Teamgeist im Kollegenkreis gefördert wird. Damit sind beiden Seiten zufrieden, motiviert und produktiv.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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