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Hirndoping: So steigern Sie ihre Konzentration

Konzentration ist die Kunst, dort zu sein, wo man ist. Eine Kunst, die man trainieren und durch äußere Umstände beeinflussen kann.

Nicht alle Störfaktoren lassen sich mal eben so „ausschalten“. Es gibt Erkrankungen, die zu Konzentrationsschwierigkeiten führen, wie beispielsweise AD(H)S. Zudem führen emotional belastende Situationen, etwa eine Ehekrise, finanzielle Sorgen oder der Verlust eines geliebten Menschen, zu einem Leistungsabfall. Auch unser Biorhythmus spielt eine Rolle – wobei sich unsere Arbeitszeiten nicht immer an diese genetische Vorgabe anpassen lassen.

Störfaktoren ausschalten

Neben diesen Störfaktoren, die wir nicht immer beeinflussen können, gibt es jedoch einige Einflüsse von außen, die wir ausschalten können und sollten. Die drei häufigsten Störfaktoren sind: Ablenkung, eine geringe Frustrationstoleranz und allgemeine Überlastung.

Ablenkung:

Die ständige Erreichbarkeit, die von uns gefordert wird (oder die wir uns selbst aufbürden), führt zu einer ständigen Ablenkung. Emails, WhatsApp- und Skype-Nachrichten, SMS und Anrufe können zu echten Zeiträubern werden und uns jedes Mal erneut aus unserer begonnenen Aufgabe reißen. Daneben lenken uns Störfaktoren, wie Lärm vor dem Bürofenster, telefonierende Kollegen und oftmals auch das Radio ab (nur bei wenigen Menschen fördert das Radio die Konzentrationsfähigkeit).

Geringe Frustrationstoleranz:

Sobald etwas nicht läuft, wie wir es uns wünschen, widmen wir uns (vorerst) einer anderen Aufgabe. Schon weicht der Fokus wieder ab, von unseren ursprünglichen Plänen. Unser Geist ist auf der Suche nach Bestätigung und Erfolgserlebnissen. Manche Menschen haben eine höhere Frustrationstoleranz, als andere. Bei allen sinkt diese jedoch im Laufe des Tages.

Allgemeine Überlastung:

Berufliche und private Probleme, ein Berg voller Arbeit und Überforderung beeinflussen unsere Konzentrationsfähigkeit negativ. Wir werden müde und schlapp, fühlen uns unwohl und können nicht aufhören, mit unseren Gedanken um die schwierigen Themen zu kreisen.

Konzentration bewusst fördern

Die absolut letzte Wahl sollte auf Medikamente zur Leistungssteigerung fallen. Kleine Tricks, wie Kaugummi kauen oder mit Cola gurgeln helfen kurzfristig, den Fokus auf das Eigentliche zu richten. Eine langfristige Steigerung der Konzentration kann nur durch eine entsprechende Anpassung der persönlichen Lebensweise erzielt werden.

Ernährung:

In der Kantine die Schweinshaxe verspeist und danach ab zum Meeting? Das kann nicht gut gehen. Nach einer schweren Mahlzeit fällt unser Körper in ein Leistungstief. Mittags sollten deshalb vor allem leichte Speisen auf der Karte stehen, wie Obst, Gemüse und Reis. Generell ist eine ausgewogene Ernährung wichtig für unser Hirn. Nährstoffmangel führen oft zu Konzentrationsschwächen. Nicht selten ist ein zu geringer Eisenwert der eigentliche Grund für Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Konzentrationsprobleme. Ein Bluttest beim Arzt schafft Klarheit.

Nicht vergessen: Ausreichend trinken. Direkt nach dem Aufstehen 200ml Wasser, am Arbeitsplatz immer ein volles Glas stehen und unterwegs stets eine kleine Flasche dabei haben – so kann es gelingen, täglich auf 2 bis 3 Liter Flüssigkeit zu kommen. Denn die braucht unser Hirn dringend. Wer Schwierigkeiten hat, genug zu trinken, kann sich von einer App (z.B. „Trink!Wasser„) daran erinnern lassen.

Licht:

Produktives Arbeiten fällt in einem gut ausgeleuchteten Raum wesentlich leichter. Tageslicht ist dafür die beste Quelle, wenn das nicht ausreicht, sollte die Deckenlampe angemacht werden – allen Stromsparbemühungen zum Trotz.

Sitzposition:

Probieren Sie es einmal aus. Setzen Sie sich gerade auf Ihren Stuhl, die Beine nebeneinander, im 90-Grad-Winkel aufgestellt, den Monitor optimal Ihrer Augenhöhe angepasst. Nicht nur Ihr Rücken wird Ihnen dies danken – auch Ihre Konzentration verbessert sich.

To-Do-Liste:

„Ich hab heute so viel zu tun, ich weiß gar nicht, wo mir der Kopf steht“, oder: „Heute habe ich wieder gar nichts geschafft“, diese Sprüche kennen wir wohl alle. To-Do-Listen helfen, Ordnung ins Chaos zu bringen und Prioritäten zu setzen. Eine bewährte Methode ist die 3×3-Methode.

Man schreibt drei To-Do-Listen. Auf der ersten stehen drei Dinge, die absolute Priorität haben und unter keinen Umständen warten können. Auf der zweiten notiert man drei Dinge, die man gerne noch erledigen würde, die jedoch im Zweifel noch liegen bleiben könnten und auf der dritten stehen drei Dinge, die in naher Zukunft erledigt werden sollen, aber keine oberste Priorität haben. Auf diese Weise sortiert man bevorstehende Aufgaben und nimmt sich selbst den Druck, alles auf einmal schaffen zu müssen. Das Abhaken erledigter Dinge gibt einem ein gutes Gefühl – das Belohnungszentrum unseres Hirns wird angesprochen.

Entspannung:

Da Überlastung einer der wichtigsten Störfaktoren ist, den es zu meiden gilt, sollte man während der Arbeitszeit und in der Freizeit für einen entspannenden Ausgleich sorgen. Spezielle Entspannungsübungen wie progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, Autogenes Training und Yoga helfen dabei, die eigene Mitte wiederzufinden. So esoterisch das klingen mag – es hilft. Wobei jeder die für ihn passende Entspannungsmethode finden muss. Viele Krankenkassen bezuschussen solche Kurse. Einmal gelernt lassen sich viele Übungen in den Alltag integrieren und helfen auch im Büro, für einen Moment abzuschalten. Danach fällt es leichter, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Auch Power Napping, also kurze Schlaf-Einheiten, wirken sich positiv auf unsere Leistungsfähigkeit aus.

Konzentrationsübungen:

Neben Entspannungs- sind auch Konzentrationsübungen empfehlenswert. Diese können ebenso nach eigenem Belieben gewählt werden. Manchen Menschen machen gerne Kreuzworträtsel, andere jonglieren lieber.

Bewegung:

Eine Stunde an der frischen Luft wirkt sich auf die Konzentrationsfähigkeit ebenso positiv aus, wie Ritalin – schreibt die Zeitschrift „Psychologie heute“. Wer die Möglichkeit hat, zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit oder zum Kundentermin zu gelangen, sollte dies tun. Ein Spaziergang in der Mittagspause oder am Abend ist nicht nur für die Konzentration gut, sondern hilft außerdem, Herz- Kreislauferkrankungen vorzubeugen.

Rebecca Schwab, Jahrgang 1988, ist ausgebildete Online-Redakteurin.
Seit Mai 2016 ist sie für den Finanz- und Versicherungsverlag tätig.

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