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Hausrat richtig versichern

Hausrat richtig versichern

Die Hausratversicherung gehört zu den elementarsten Grundlagen der privaten Absicherung. Häufig zeigt sich aber, dass die Anträge nicht richtig ausgefüllt wurden – was erst nach einem Schadensfall auffällt.

Die häufigsten Fehler sollten sowohl Makler als auch Versicherte kennen – dann können böse Überraschungen vermieden werden.

Angemessener Deckungsschutz

Grundlage für einen angemessen Deckungsschutz bei Hausratversicherungen ist die Ermittlung der tatsächlichen Wohnfläche. Wurde diese zu niedrig angegeben, kann der Versicherer im schlimmsten Fall Leistungen verweigern – schließlich richtet sich die Berechnung der Versicherungsprämien nach der Gesamtfläche des zu versichernden Objektes. Auf jeden Fall sollte der Mietvertrag herangezogen werden, um die tatsächliche Wohnfläche zu ermitteln. In den meisten Fällen ist die dort vermerkte „Grundfläche“ des Mietobjektes die richtige Wohnfläche.

Flexible Konzepte vorziehen

Die meisten Hausratversicherungen basieren auf dem Versicherungssummen-Modell. Die zugrunde liegende Versicherungssumme wird entweder über einen komplizierten Summenermittlungsbogen ermittelt, oder aber für jeden Quadratmeter Fläche pauschalisiert. Die Maximalerstattung errechnet sich allerdings aus der entsprechenden Versicherungssumme zuzüglich zehn Prozent Vorsorge sowie zehn Prozent versicherte Kosten, also eventuelle Kosten für Instandsetzung der Räume, unmittelbare Unterbringung. Dadurch kann die eigentliche Erstattung äußerst knapp ausfallen und die Wiederherstellung, bzw. Wiederbeschaffung nicht decken. Sinnvoller sind deshalb Versicherungskonzepte, die eine pauschale Erstattung je Versicherungsfall vorsehen. Auch auf einen „Unterversicherungsverzicht“ sollte geachtet werden.

Besitz dokumentieren

Wenn der Versicherer nach einem Schadensfall nicht reguliert, liegt es nicht selten an einem mangelhaften Besitznachweis. Der Versicherte muss nämlich beweisen, dass die gemeldeten beschädigten oder gestohlenen Gegenstände sich tatsächlich auch in seinem Besitz befunden haben. Deshalb ist es zu empfehlen, Quittungen und sonstige Eigentumsnachweise über den eigenen Hausrat zu archivieren, bzw. digital zu erfassen. Auch sollten die versicherten Gegenstände fotografiert werden. Versicherungsexperten von Policenwerk empfehlen, auch Kleidung zu fotografieren und die Fotos auf einem USB-Stick zu speichern und, im Idealfall, im Bankschließfach zu deponieren. Makler sollten mit ihren Kunden jährlich eine Revision durchführen um diese Daten aktuell zu halten.

Meldepflichten beachten

Kunden sollten auch unbedingt auf eine Gefahrenerhöhung achten. Damit sind Veränderungen gemeint, die durch eine mögliche allgemeine Erhöhung der Einbruchgefahr oder aber spezielle Gefahren durch Abwesenheit, Baumaßnahmen oder Veränderungen der Gebäudenutzung entstehen. Es gehört zu den Kundenpflichten, diese Veränderungen dem Versicherer zu melden. Wird diese Meldung versäumt, kann der Versicherer auch dann die Entschädigung kürzen oder gänzlich verweigern. So besteht bei einer Abwesenheit ab einer Dauer von 60 Tage eine Meldepflicht. Die Melde- und Veränderungspflichten variieren aber unter den Versicherern. Im Zweifelsfall ist hier der Versicherungsmakler der richtige Ansprechpartner.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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